Wie man Julie Caplin kennt und liebt

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buechermensch Avatar

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Es ist wirklich ganz ungewohnt, ein Buch von Julie Caplin zu sehen, ohne eine bekannte Stadt oder Region im Titel vorzufinden. Wenn ich jedoch das Cover betrachte, ist die Ähnlichkeit zu ihren anderen Romanen unverkennbar. Ich mag diesen optischen Wiedererkennungswert. Das Cover ist recht schlicht, aber dennoch ansprechend.

Der Inhalt ist ebenfalls so, wie man ihn von den bisherigen Romanen der Autorin gewöhnt ist. Ella kehrt erschöpft aus London zurück und lässt sich von ihren Eltern in ein abgelegenes Cottage bringen, das sie für ihre Patentante hüten soll. Sie steckt in einer Beziehungspause, fühlt sich ausgebrannt, bzw. als wäre sie gescheitert, und versucht verzweifelt, ihre Fassade aufrechtzuerhalten. Kaum angekommen, überrumpeln ihre Eltern sie mit einer weiteren Überraschung: Sie soll den Labrador Tess übernehmen, obwohl sie sich weder bereit noch fähig fühlt, Verantwortung zu tragen. Nachdem die Eltern abgefahren sind, bricht Ella in Tränen aus – die Ruhe des Dorfes, das leere Cottage und der Hund machen ihr bewusst, wie verloren sie sich fühlt. Aber so schlimm, wie sie es sich in dem kleinen Ort vorgestellt hat, ist es ganz und gar nicht.

Der Schreibstil ist warm, leicht und bildhaft. Julie Caplin schreibt humorvoll und realitätsnah, ich musste an einigen Stellen schmunzeln. Die Sprache ist alltagsnah und zugänglich, sodass ich mich beim Lesen schnell mit Ella identifizieren konnte. Bets ist ebenfalls ein sehr warmherziger Charakter, den ich im Verlauf des Romans ins Herz geschlossen habe. Die Handlung hält jetzt keinerlei große Überraschungen parat, jedoch habe ich damit auch nicht gerechnet. Wer einen Wohlfühlroman braucht, um Lust auf den Frühling zu bekommen und den Winter außen vor zu lassen, ist hier genau an der richtigen Adresse.