Berührende Ansätze, aber nicht durchgehend überzeugend

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pina27 Avatar

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Zitat: "Die Zeit ist der Moment, den wir uns schenken."

Mit Einatmen, Ausatmen, erzählt der Autor Maxim Leo die Geschichte von Marlene, einer ehrgeizigen, aber zwischenmenschlich wenig feinfühligen Frau, die im Zuge beruflicher Konflikte an einem Achtsamkeitstraining teilnimmt. Dort trifft sie auf Alex, der selbst mit persönlichen Herausforderungen zu kämpfen hat.

Die Grundidee des Romans – persönliche Entwicklung im Spannungsfeld von Karriere, Selbstreflexion und Achtsamkeit – wirkt vielversprechend und greift aktuelle Themen auf. Allerdings verliert sich die Handlung im Verlauf in einer Vielzahl von Motiven und Nebensträngen, wodurch die Geschichte stellenweise wenig fokussiert erscheint.

Einige Ereignisse wirken dabei eher konstruiert und mindern die Glaubwürdigkeit der Handlung. Bestimmte Szenen erscheinen überzeichnet, sodass es schwerfällt, sich durchgehend in die Geschichte hineinziehen zu lassen.

Positiv hervorzuheben ist hingegen die Figur des Hausmeisters Mattissen, der dem Roman emotionale Tiefe verleiht. Besonders die Entwicklung rund um diese Figur und Marlenes Reaktion darauf gehört zu den stärkeren Momenten des Buches und sorgt für berührende Passagen.

Fazit: Insgesamt bietet der Roman interessante Ansätze und einzelne gelungene Szenen, bleibt jedoch in der Umsetzung hinter seinem Potenzial zurück.

In Bezug auf das oben genannte Zitat, möchte ich aber selbst etwas positives aus der Geschichte mitnehmen. Dieser Satz regt dazu an, den eigenen Umgang mit Zeit zu hinterfragen. Statt sich ausschließlich an Erfolg und Leistung zu orientieren, erinnert er daran, wie wertvoll die kleinen, alltäglichen Momente sind. Ob es ein Spaziergang in der Natur ist, das bewusste Wahrnehmen von Geräuschen oder einfach ein ruhiger Augenblick – das Buch vermittelt hier eine Botschaft, die zum Innehalten einlädt und die man gerne für sich mitnimmt.