Bleibt leider eher an der Oberfläche

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jens1991 Avatar

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Marlene Buchholz ist eine äußerst erfolgreiche Managerin und zugleich bei ihren Kollegen gefürchtet. Sie gilt als unbarmherzig und gefühlskalt, und genau das könnte sie die Chance kosten, Vorstandsvorsitzende zu werden. Kurzerhand wird sie zu einem Achtsamkeitsseminar in ein Brandenburger Schloss geschickt, wo sie beim berühmten Seelenflüsterer Alex Grow zu einem besseren Menschen werden soll. Doch Alex steckt selbst in einer tiefen Krise und Marlene wird für ihn zur letzten Hoffnung. Ein verletztes Wildschwein, ein schüchterner Hausmeister und ein aufsässiges Mädchen bringen schließlich alles durcheinander und zeigen Marlene, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Mit „Einatmen. Ausatmen“ legt Maxim Leo seinen neuesten Roman vor. Nachdem mir „Wir werden jung sein“ sehr gefallen hat, war ich entsprechend gespannt auf dieses Buch. Leo erzählt von der Suche nach Glück, vom Drang zur Selbstoptimierung und von der Sehnsucht nach Leichtigkeit. Die Geschichte wird vor allem aus zwei Perspektiven geschildert, aus der von Marlene und der von Alex. Das Figurenensemble ist überzeugend gestaltet, die Charaktere wirken sympathisch, warmherzig, authentisch und humorvoll. Dennoch erscheint der Roman stellenweise etwas hastig und sprunghaft erzählt. Einige Handlungsstränge werden zu schnell abgehandelt oder bleiben unvollständig. Dadurch bleibt die Erzählung häufig an der Oberfläche, obwohl die Themen deutlich mehr Tiefe zugelassen hätten. Insgesamt bleibt das Buch daher hinter meinen Erwartungen zurück, unterhält jedoch mit seinen gelungenen Figuren auf angenehme und kurzweilige Weise.