Einatmen, loslesen

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julemaus94 Avatar

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Nachdem mich Maxim Leos erster Roman "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" so begeistert hat, konnte ich an seinem neuen Buch natürlich nicht vorbei. Auch, wenn es nicht ganz die Stärken seines Vorgängers erreicht, so ist es doch im Großen und Ganzen eine unterhaltsame Lektüre.

Diesmal geht es um Marlene, die kurz vor der ersehnten Beförderung zur Vorstandsvoristzenden steht, würde ihr nicht ihre unterkühlte Art im Wege stehen. Deshalb wird sie zum Achtsamkeitsseminar in die ruhigen Wälder Brandenburgs geschickt, wo Coach Alex Grow sie auf ihre kommende Aufgabe vorbereiten soll. Für den steht nebenbei die gesamte Existenz seiner Coachingagentur auf dem Spiel. Vermasselt er diesen Job, ist er pleite. So prallen zwei vollkommen unterschiedliche Welten und Typen aufeinander und müssen zusehen, dass sie miteinander klar kommen.

Der Zwist zwischen Karrierezielen und Entschleunigung ist unterhaltsam, könnte allerdings ein wenig mehr Aufmerksamkeit vertragen. Mit Alex und Marlene haben wir zwar zwei sehr interessante Charaktere, die im Laufe der Geschichte jedoch etwas stereotyp wirken. Aufgelockert wird das Ganze zum Glück durch die Nebenfiguren, die die Story zwar vom eigentlichen Thema ablenken, gleichzeitig aber die Emotionalität pushen.

Ist der Roman in seiner Gesamtheit originell? Nicht wirklich. Trotzdem bekommt man hier eine Wohlfühlgeschichte, die einen über die eigenen Werte und den Sinn seines (beruflichen) Strebens nachdenken lässt.