Entgegen der Erwartungshaltung kein anspruchsvoller Roman

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timphilipp Avatar

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Von Maxim Leo hatte ich früher schon „Wo wir zu Hause sind“ und „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ gelesen, die mir beide gut gefallen haben, weil sie meinem Leseanspruch an gehobene Literatur genügten. Mit derselben Erwartungshaltung, geschürt auch durch die Inhaltsangabe, bin ich an diesen neuen Roman gegangen und wurde leider etwas enttäuscht. Er lässt sich eher seichter Unterhaltungsliteratur zuordnen, ist aber als unterhaltende Lektüre gut zu lesen. Dabei deuten Klappen- und Buchrückentext auf mehr hin. Eine fachlich sehr kompetente, zwischenmenschlich aber als empathielose Sklaventreiberin verschrieene Managerin steht kurz vor ihrer Berufung zur Vorstandsvorsitzenden. Ihr wird auferlegt, an einem Achtsamkeitsseminar teilzunehmen, das der kurz vor dem Bankrott stehende beste Coach Deutschlands leitet. Statt das Verhältnis der beiden zueinander und das Wesen von Achtsamkeitsschulungen psychologisch vertieft darzustellen, werden Nebenfiguren eingeführt, denen so recht keine weiterführende Rolle zukommt. Nicht gefallen hat mir zudem, wie rasch die Protagonistin eine persönliche Veränderung erfährt. Die eine oder andere Passage lädt zum Nachdenken darüber ein, wie man sich selbst kennenlernen kann.
Empfohlen für alle, die kurzweilige Bücher mögen.