Feinfühlig und humorvoll

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Das Thema hatte mich interessiert und ich war auf die Schreibweise des Autors gespannt, da ich den "Helden vom Bahnhof Friedrichstraße" nur als Verfilmung kannte. Mein Fazit: Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es weiterempfehlen.

Maxim Leo hat eine feinfühlige Schreibfeder. Er hat klare Sätze, nicht zu lang und doch aussagekräftig. Sein feiner Sinn für Humor gefällt mir gut, denn er beobachtet menschliche Eigenschaften sehr genau, spiegelt sie humorvoll wider, ohne dabei zu verletzen. Auch Situationskomik beherrscht er sehr gut. Beim Lesen entstanden sehr oft gleich Bilder vor meinem inneren Auge und ich musste herzlich lachen. Die schrulligen Charaktere gefielen mir ebenfalls sehr gut. Marlene hatte ich sofort vor Augen und ihre innere Stimme fand ich sehr amüsant. Es war spannend, die Handlung zu antizipieren und dann doch zu staunen, dass es anders kam. Insofern hat mir gut gefallen, wie Maxim Leo mit den Erwartungen des Lesers spielt. Einzig die so schnelle Veränderung von Marlene durch einen 14-tägigen Aufenthalt in der Achtsamkeitsakademie kam mir etwas überzogen vor, aber das darf in einem Roman auch sein. Es war ein sehr angenehmes Lesevergnügen.