Freitagabendunterhaltung

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mike nelson Avatar

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Freitagabendunterhaltung. Maxim Leo hat mit "Einatmen Ausatmen" einen neuen Roman geschrieben, versuchsweise nah an unsereren gesellschaftlichen Schwachstellen, versuchsweise den Nerv der Zeit treffend, das Ganze dann versuchsweise humorvoll präsentiert. Das ist ihm versuchsweise ganz passabel gelungen, womit er über einen Großteil der rund 250 Seiten durchaus Lesespaß zu erzeugen weiß. Nur: Es reiht sich allerdings ein Klischee ans nächste und über jedes für sich genommen haben wir auch schon einmal gelacht. Die Figuren sind überzeichnete Typen, die ein wenig blass bleiben, und am Ende geht irgerndwie auch alles glatt - aus von der Grundanlage her existenziellen Konfliktsituationen werden lösbare Konfliktchen... passender Stoff also für eine Freitagabendunterhaltung, die schnell in Vergessenheit geraten wird. Da ist die unterkühlte aber äußerst erfolgreiche Spitzenmanagerin Marlene mit den mangelhaften Sozialkompetenzen, die von ihrem Chef zu einem Achtsamkeitstraining gezwungen wird, weil sie sonst nicht seine Nachfolge wird antreten können. Und da ist Alex, die sich in Finanzsorgen befindliche Leitung der 'Achtsamkeitsakademie'; Marlenes Chef ist bekannt mit Alex und die beiden schließen hinter dem Rücken von Marlene einen Deal: Sollte es Alex gelingen, Marlene in kurzer Zeit ihre Führungsfähigkeit in Richtung Empathie und Aufmerksamkeit zu entwickeln, wird er Alex sämtliche Mitarbeitercoachings übertragen und damit die Akademie vor dem Ruin retten... Man hat ab der ersten Zeile eine Ahnung wie es verlaufen und wie es enden wird...