Ganz nett zu lesen

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lilli333 Avatar

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Marlene Buchholz ist nur noch einen Schritt von ihrem Ziel entfernt: Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns zu werden. Die Workaholic hat viel zum bisherigen Erfolg des Unternehmens beigetragen, doch Mitarbeiterführung ist nicht gerade ihre Kernkompetenz. Deshalb wird sie zu einem Achtsamkeitsseminar nach Brandenburg geschickt, wo sie sich zunächst gar nicht, dann widerwillig auf neue Sichtweisen einlässt.

Die Ankündigung des Buchs als „rasend komischer und tief berührender Roman“ empfinde ich als viel zu hoch gehängt. Damit werden unrealistische Erwartungen geschürt, die in meinem Fall nicht erfüllt wurden. Ich habe von Maxim Leo schon weit Besseres gelesen, Komischeres und Berührenderes.

Die Entwicklung der Marlene Buchholz und auch die des Akademie-Leiters Alex Grow in „Einatmen. Ausatmen.“ hat mich zwar ein wenig berührt, doch da wäre noch einiges mehr möglich gewesen. Doch bei vielen Themen kratzt der Roman nur an der Oberfläche. Es wird alles schnell abgehandelt, schließlich dauert das Seminar nur zwei Wochen. Husch, husch rast Maxim Leo durch zig aktuelle Themen und lässt auch den Figuren nicht viel Zeit, sich um einhundertachtzig Grad zu drehen. Das ist alles andere als glaubwürdig, aber wenigstens ein bisschen komisch.

Am besten haben mir die Dialoge zwischen Marlene und Alex gefallen. Marlene, bei der alles auf Fakten und Logik fußt, die Gefühle wegschließt und meint, dann keine zu haben; auf der anderen Seite Alex, der Guru für Persönlichkeitsentwicklung, der schon lange nicht mehr von seinen eigenen Methoden überzeugt ist. Hier prallen Welten aufeinander und das ließ mich dann doch immer wieder schmunzeln.