Gnadenlos überzeichnet

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marie aus e Avatar

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Marlene Buchholz‘ Leben besteht aus Arbeit, ihr Job ist ihr Ein und Alles.
Freunde? Fehlanzeige. Eine Beziehung? Ewig her. Eltern? Die Mutter im Luxus-Pflegeheim doch gut versorgt.

Nun steht der lang ersehnte nächste Schritt auf der Karriereleiter an. Marlene soll Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns werden.

Dumm nur, dass sich alle einig sind, dass Marlene menschlich eigentlich nicht geht und nur Fachlichkeit bei dem Posten nicht ausreicht.
Aber da kann man ja geschwind nachjustieren, findet ihr jetziger Chef, der Marlene schon gerne als Nachfolgerin hätte.
Also ab nach Brandenburg, in ein Schloss und zu dem Coach schlechthin, Axel Groh.

Marlene findet das völlig absurd, aber was will sie machen.
Gleich zur Ankunft rotzt sie Axel an und findet die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur nervig. Diese sind übrigens aus der Klischeeschublade de Luxe.

Ab dann wird es abgefahren. Denn Marlene schmeißt quasi umgehend ihr komplettes Mindset über den Haufen.
Der Handlungsverlauf ist komplett unglaubwürdig und ich habe mich wirklich gefragt, ob er Autor uns veräppeln will? Überzeichnung schön und gut, aber hier wird aus dem Vollen geschöpft. In jeglicher Hinsicht.
Für eine Satire hat es aber dann wieder zu viele ernste Aspekte.

Keine Ahnung, was das Buch soll.
Jetzt kommt das aber:
Trotz meiner Kritik fand ich es fesseln geschrieben, es lässt sich durch die Kürze prima zwischendurch lesen.
Und auch wenn ich das Buch überhaupt nicht einordnen kann, hat es mich gut unterhalten, aber halt auch enorm irritiert.