Große Fragen im unterhaltsamen Roman

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cathie19 Avatar

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Wenn ich das Cover von „Einatmen. Ausatmen.“ betrachte, sehe ich viel wachsende Natur, die jedoch von dunklen Wolken überschattet wird. Für mich spiegelt das ein Kernthema des Buches wider. Besonders die wachsenden Pflanzen verbinde ich mit der Erkenntnis, dass man sich im Leben immer wieder neu entwickeln kann – auch wenn die Wolken der Vergangenheit noch nicht ganz vorübergezogen sind.

Im vorliegenden Roman von Maxim Leo muss sich die Protagonistin Marlene auf ein Achtsamkeits-Retreat einlassen, das von Alex geleitet wird. Selbst von Panikattacken geplagt, steht der Coach vor der Herausforderung, einer zunächst verschlossenen und beratungsresistenten Klientin zu begegnen. Die nach und nach auftretenden weiteren Personen bringen zusätzliche Dynamik und Tiefe in die Geschichte.

Auch wenn ich Marlene als Workaholic nicht in allen Punkten verstehen konnte, war sie mir von Beginn an nah, und ich konnte ihre Sichtweisen und Entscheidungen gut nachvollziehen. Alex hat bereits am Anfang mit seinen Sorgen und Schlafproblemen mein Mitgefühl geweckt. Beide Charaktere entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter und zeigen teilweise überraschende Seiten. Aus meiner Sicht lebt das Buch von diesem starken Fokus auf die Figuren.

Der Erzählstil ist angenehm und an manchen Stellen sogar humorvoll, wobei auch ernste Themen zur Sprache kommen und diese angemessen vermittelt werden.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen – insbesondere durch die Erkenntnis, dass es nie zu spät ist, sich selbst und sein Leben zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern. Dieses große Thema wird dabei behutsam und ohne moralischen Zeigefinger behandelt.