Herrlich skurril!

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Marlene Buchholz ist das, was man zweifellos als Workaholic beschreiben würde. Ihr einziger Lebensinhalt ist ihre Arbeit, Erholung und Selbstfürsorge hingegen ein Fremdwort. Trotz ihrer fachlichen Kompetenz wird ihr Mangel an Empathie zum Problem. Die Beschwerden über sie häufen sich, auch, weil sie die Belästigungsvorwürfe einer Mitarbeiterin nicht ernst nimmt. Um jedoch den angestrebten Posten als Vorstandsvorsitzende übernehmen zu können, soll sie an einem Achtsamkeitsseminar teilnehmen.

Da ihr keine Wahl bleibt, checkt Marlene also in der Achtsamkeitsanstalt von Alex ein, für den, wie sich später rausstellt, der Erfolg ihrer Teilnahme, mindestens genauso wichtig ist, wie für sie selbst.
Zugegeben, ich hätte auf dieses Seminar genauso viel Lust gehabt, wie die Protagonistin selbst, aber zu dem Zeitpunkt standen wir noch am Anfang der Geschichte. Und die entwickelt sich tatsächlich äußerst interessant.

Marlene lernt in den kommenden Tagen viel über sich selbst und mehr als erwartet, allerdings nicht sitzend auf einer Yogamatte, sondern in Gesellschaft des Hausmeisters.
Währenddessen ist Alex mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt und gewährt nebenbei einer rebellischen Jugendliche auf seinem Anwesen Unterschlupf, die von der Polizei gesucht wird.
Als hätte er nicht schon genug Probleme - aber naja, vielleicht hilft bei der Lösung ausgerechnet die ganz unbefangene Sichtweise eines Pubertiers.

Es kommt im Verlauf der Geschichte zu zahlreichen skurrilen Situationen, überwiegend liebenswert und witzig, so dass es einiges zu Lachen gab. Vor allem die Charaktere sind mir hier sehr ans Herz gewachsen und waren jeder für sich toll dargestellt, sympathisch und zugänglich. Mit einer Ausnahme - aber auch diese Randfigur hat durchaus ihre Berechtigung in dem Buch.

Für mich war diese Lektüre eine willkommene, entschleunigende und dennoch amüsante Erholung vom Alltag, die mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt, dafür jedoch bestens unterhalten hat.
Eine große Leseempfehlung von mir!