Humorvoller Achtsamkeitsroman

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kalligrafin Avatar

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Selten habe ich in letzter Zeit einen Roman gelesen, der mir so zugesagt hat, wie "Einatmen ausatmen" von Maxim Leo. Das beigefügte gelbe Lesezeichen habe ich nur einmal für eine Lesepause gebraucht, denn das Buch hat mich so gefesselt, dass ich es an einem Stück gelesen habe.

In dem Roman geht es um die engagierte und gefühlslose Managerin Marlene Buchholz, die auf Anraten ihres Chefs an einem Achtsamkeitsseminar teilnehmen soll. Dass der Leiter, Alex Groß, Selbstzweifel hegt, spiegelt die Absurdität des Treffens der beiden wider. Dennoch entwickelt sich eine freundschaftliche, positive Atmosphäre, die es erlaubt, dass beide Protagonisten innerhalb der Geschichte wachsen.

Der Roman ist auf einer Seite humorvoll aufgebaut und auf der nächsten Seite kann man seine Tränen kaum zurückhalten. Witzige Ereignisse und realitätsnahe Notfälle machen den Roman so lebensecht und interessant.

Obwohl ich mich intensiv mit Achtsamkeit auseinandersetze, habe ich noch einige Methoden und Praktiken kennen gelernt. Klassische Schlüsselwörter und Übungen wie Hier und Jetzt, das Schreiben eines Journals oder Yoga gehören auf jeden Fall dazu. Zudem wählt der Autor eine elitäre Sprache mit Fremdwörtern, die die Qualität des Textes hervorheben (die aber nicht belehrend ist oder abgehoben klingen lässt). Die nummerierten Kapitel sind nicht zu lange gehalten und es wechselt häufig die Perspektive von Marlene zu Alex oder umgekehrt.

Das Cover passt sehr gut zum Leben, zur Achtsamkeit und dem Umgang mit der Natur, die in dem Roman eine Rolle spielen.

Fazit: Ein unterhaltsamer, achtsamer Roman mit viel Humor und einem klaren Blick auf das Leben und den Tod, gespickt mit interessanten Methoden, lustigen Momenten und wachsenden Persönlichkeiten.