Leichtfüßig und unterhaltsam – aber ohne bleibenden Eindruck

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Ich bin mit durchaus hohen Erwartungen an das neue Werk von Maxim Leo herangegangen, vor allem wegen der vielversprechenden Mischung aus Humor, Lebenssuche und zwischenmenschlicher Entwicklung. Und tatsächlich hat mich der Einstieg sofort abgeholt. Die Grundidee ist originell und bietet viel Raum für interessante Dynamiken und Stories.
Besonders gut gefallen hat mir der humorvolle Ton des Romans. Immer wieder musste ich schmunzeln, teilweise sogar laut lachen. Die Figuren wirken dabei erstaunlich menschlich und in vielen Situationen auch nachvollziehbar. Gerade die wechselnden Perspektiven zwischen Marlene und Alex empfand ich als erfrischend. Dieser Perspektivwechsel sorgt dafür, dass die Geschichte lebendig bleibt und man beide Hauptfiguren besser verstehen kann.
Allerdings muss ich auch sagen, dass sich das Buch stellenweise etwas zieht. Es gibt Passagen, in denen wenig passiert und die Handlung eher vor sich hin plätschert. Das hat meinen Lesefluss zwar nicht komplett gestört, aber doch etwas gebremst. Zudem wirken einige Entwicklungen leicht unrealistisch und insgesamt bleibt die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich. Gerade bei einem Thema wie Selbstfindung hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht. Stattdessen bedient sich der Roman teilweise recht klassischer Klischees und ist in Teilen etwas vorhersehbar.
Trotz dieser Schwächen lässt sich das Buch sehr angenehm und schnell lesen. Es ist unterhaltsam, locker geschrieben und eignet sich gut für zwischendurch. Mein Fazit: Eine nette, humorvolle Lektüre, die zwar Spaß macht, aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Kein Highlight, aber definitiv auch keine Zeitverschwendung.