Mit Achtsamkeit zum Erfolg

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Marlene ist in ihrem Job hervorragend. Allerdings betrifft das nur die Fachlichkeit, die soft skills bieten noch Potential nach oben. Als ihr Chef, der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, seine Nachfolge regeln möchte, steht Marlene mit ihrer fachlichen Qualifikation ganz oben auf seiner Liste. Um seinen Wunsch durchzusetzen, soll Marlene an ihrer Persönlichkeit arbeiten und zwar in einem zweiwöchigen Coaching beim berühmten Alex Grow. Dessen Schlossakademie liegt malerisch in der Brandenburger Natur, aber hinter der Idylle verstecken sich so einige Probleme. Daher hat er ein großes Interesse Marlene zum Erfolg zu verhelfen, denn dann winkt ein lukrativer Vertrag mit dem Konzern.

Maxim Leo hat es mit „Einatmen. Ausatmen“ wieder geschafft, mich gut zu unterhalten. Den Einstieg in die Geschichte fand ich unglaublich witzig, was vor allem an Marlenes sachlicher Art lag. Außerdem bin ich in Sachen Achtsamkeit und Coaching ähnlich skeptisch wie sie und fand ihre Herangehensweise sehr unterhaltsam. Alex wiederum verkörpert auf den ersten Blick ungefähr all das, was ich an solchen Coaches unangenehm finde. Wir haben es also mit zwei ganz unterschiedlichen Hauptfiguren zu tun, die aber letztlich aufeinander angewiesen sind.

Nach ungefähr einem Drittel des Buch verändert sich die Geschichte aber. Es wird ernster und tiefgründiger. Allerdings weiterhin sehr kurzweilig erzählt. Ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht, dass wir im Stil des ersten Teils zum Ende kommen, aber ich habe das Buch auch so gerne gelesen. Allerdings fand ich einige Entwicklungen und Szenen etwas zu dick aufgetragen. Marlene und Alex machen in sehr kurzer Zeit, eine große Entwicklung durch. Das hätte man natürlich ausführlicher erzählen können, aber das hätte nicht zum Erzählstil gepasst. Allerdings gibt es durchaus einige Szenen/ Handlungsstränge, auf die man aus meiner Sicht hätte verzichten können.
Mir gefällt besonders die Handlung rund um Marlene. Ich mag ihre Entwicklung und ich finde man sieht an ihr seht gut, wie ungleich Frauen und Männer im Berufsleben behandelt werden. Ein Mann wäre, mit gleichen Eigenschaften, vermutlich nicht beim Achtsamkeitscoqching gelandet.

„Einatmen. Ausatmen“ von Maxim Leo ist für mich ein unterhaltsamer Roman, der den starken Beginn nicht ganz gerecht wird.