Unterhaltsamer Roman mit überspitztem Blick auf unsere Gesellschaft

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vo.nicole Avatar

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Maxim Leo erzählt in "Einatmen. Ausatmen." die Geschichte von Marlene Buchholz, einer erfolgreichen, aber zwischenmenschlich eher schwierigen Managerin, die für ein Coaching in ein abgelegenes Schloss geschickt wird. Dort trifft sie auf Coach Alex, der selbst mit seinen eigenen Problemen kämpft und auf eine Reihe unerwarteter Begegnungen, die nach und nach etwas in ihr in Bewegung bringen.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, und Vera Teltz hat es wirklich großartig gelesen: sehr angenehm, lebendig und genau passend zur Geschichte. Inhaltlich ist der Roman kurzweilig und flüssig erzählt, mit einem durchweg hohen Tempo, das einen gut durch die Handlung trägt. Besonders gefallen hat mir der leicht sarkastische Ton, mit dem aktuelle Themen rund um Selbstoptimierung, Achtsamkeit und deren Gegenpole überspitzt dargestellt werden. Die Figuren sind mir ebenfalls sympathisch und bewusst etwas überzeichnet, was gut zum Stil des Buches passt und für viele unterhaltsame Momente sorgt.

Einziger Kritikpunkt für mich war die Entwicklung der Protagonistin: Die Veränderung ihres Mindsets ging mir etwas zu schnell und wirkte stellenweise nicht ganz realistisch. So tief verankerte Denkmuster lassen sich meiner Meinung nach nicht innerhalb von so kurzer Zeit komplett umkrempeln. Hier schaue ich aber vielleicht auch mit einem etwas zu nüchternem Auge darauf, was gar nicht die Intention der Geschichte war.

„Einatmen. Ausatmen.“ ist in jedem Fall ein unterhaltsamer und kluger Roman mit viel Witz und einem guten Blick auf unsere Zeit.