Wichtig

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bookworld91 Avatar

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Als Führungsperson benötigt man ein gewisses Maß an Empathie. Zum Glück gibt es Training oder Coaching, um sich ebendiese anzueignen. So auch in „Einatmen. Ausatmen.“ von Maxim Leo.

Marlene soll Vorstandsvorsitzende des Aviola Konzerns werden. Vorher gilt es noch, sich die nötige Empathie anzueignen. Dafür wird sie zu Coach Alex Grow geschickt- doch das Training läuft anders als erwartet…

Ich habe direkt zu Beginn Zugang zum Buch gefunden. Unterhaltsame Sprache und alltagsnahe Situationen ermöglichen es mir, die Szenen im Kopf zu visualisieren. Obwohl vor allem der Anfang voller teils überspitzter Klischees ist, hatte ich keine Probleme zurecht zu kommen.

Mit Marlene hat der Roman eine starke Protagonistin bekommen. Während ihrer Reise beginnt sie, festgefahrene Vorgaben und angebliche Wahrheiten zu hinterfragen. Dabei ist besonders ihre errungene Fähigkeit zu reflektieren nützlich. Die Unternehmerin ist wandelbar, passt sich an und bleibt dennoch ambitioniert, auch wenn sie eigene Ziele hat.

Therapeut Alex Grow dagegen bleibt für mich unnahbar. Ich bin mir unsicher, was seine Prinzipien und Bausteine sind und ob er in der Lage ist, sie umzusetzen. Er bleibt weit hinter der anpassungsfähigen Marlene zurück.

Ähnlich gegensätzlich wie die Protagonisten verhält es sich mit der Handlung des Romans. Viele wichtige Themen wie Feminismus, Fridays for the future oder der Umgang mit dem Lebensraum Wald und mit den eigenen Mitmenschen versuchen, im Roman unterzukommen. Bei dieser Vielzahl an Themen kann es passieren, dass manche zu kurz kommen, während andere sich wie ein Kaugummi ziehen.

Insgesamt ist es ein sehr unterhaltsames und wichtiges Buch mit einigen Schwächen. Vieles hätte von der Länge her anders verteilt werden können oder der männliche Protagonist dynamischer rüberkommen können. Dennoch empfehle ich diesen Roman und gebe vier Sterne.