Workaholic meets Achtsamkeit

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sjs11 Avatar

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Der Roman überzeugt durch einen leichten, angenehm fließenden Schreibstil, der es sehr einfach macht, in die Geschichte einzutauchen. Schon nach wenigen Seiten fühlt man sich den Figuren nah und verfolgt gespannt, wie sich ihre Wege entwickeln.
Im Mittelpunkt steht Marlene, eine erfolgreiche Karrierefrau und Vorstandsvorsitzende. Sie ist Single, durchsetzungsstark und gewohnt, alles unter Kontrolle zu haben. Genau deshalb schickt ihr Chef sie für zwei Wochen zu einem Achtsamkeitstraining nach Schönerlinde – sie soll empathischer und nahbarer werden. Für Marlene, die Effizienz und klare Entscheidungen gewohnt ist, wirkt diese Auszeit zunächst eher wie eine unfreiwillige Pflichtübung.
Der zweite zentrale Charakter ist Alex, den das Seminarhaus Schönerlinde gehört. Für ihn steht viel auf dem Spiel: Nur wenn Marlene das Training erfolgreich abschließt, erhält er Geld, das er dringend für sein angeschlagenes Geschäft benötigt. Finanziell steht Alex mit dem Rücken zur Wand. Auch privat läuft es für ihn nicht rund – wirklich glückliche Beziehungen hatte er bisher nie.
Durch die Begegnung der beiden entsteht eine Geschichte, die nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch eine wichtige Botschaft vermittelt. Der Roman zeigt auf einfühlsame Weise, dass es Mut erfordert, sich selbst wichtig zunehmen, selbst dann, wenn man dadurch für andere vielleicht weniger wichtig wird. Genau in diesem Spannungsfeld entwickeln sich die Figuren weiter und beginnen, ihr eigenes Leben neu zu hinterfragen.
Besonders gelungen ist auch das offene Ende, das Raum für eigene Gedanken lässt und noch eine Weile nachwirkt. Auch der Titel des Buches passt sehr gut zur Geschichte und bekommt im Verlauf des Romans eine besondere Bedeutung.
Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich gut unterhalten lassen möchten und gleichzeitig gern eine kleine, aber wichtige Erkenntnis aus einer Geschichte mitnehmen.