Zwischen Achtsamkeit und Absurdität
Um CEO ihres Unternehmens zu werden, wird Marlene von ihrem Chef zu einem Achtsamkeitstraining geschickt. Grund hierfür ist, dass sie zu sehr einem emotionslosen Roboter ähnele - das müsse dringend geändert werden, um die Führungsetage überzeugen zu können. An der Akademie leidet Inhaber und Coach Alex Grow jedoch an einer Sinnkrise und hat aus finanziellen Gesichtspunkten riesiges Interesse dran, die beratungsresistente Marlene zum Erfolg zu coachen... ein kompliziertes Miteinander steht bevor!
Der Einstieg in den Roman hat mich direkt überzeugt. Der Ton war leicht, humorvoll und angenehm zu lesen, sodass ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Besonders gut gefallen hat mir die wechselnde Perspektive zwischen Marlene und Alex, die für Abwechslung sorgte und den Figuren Raum gab.
Im weiteren Verlauf wurde die Geschichte spürbar ernster. Das brachte zwar interessante Aspekte mit sich, wirkte auf mich stellenweise aber etwas zäher, da es der Handlung an manchen Punkten an Tiefe fehlte. Hier hat mich das Buch kurzzeitig etwas weniger gefesselt und nicht sein volles Potential entfaltet.
Marlene habe ich im Verlauf der Geschichte immer differenzierter wahrgenommen. Anfangs wirkte sie auf mich eher kühl und fast roboterhaft, doch schnell wurde deutlich, welche Prägung für ihre Abkapselung von Gefühlen gesorgt hatte. Gerade diese Entwicklung, ihr langsames Öffnen und erste emotionale Annäherungen, fand ich sehr gelungen und teilweise wirklich berührend. Einige Szenen gingen mir spürbar nahe, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen.
Alex hingegen blieb für mich insgesamt schwer greifbar. Zwar wurde er im Verlauf etwas konturierter, dennoch wirkte er oft zu glatt und wenig authentisch in seiner Entwicklung. Er predigte Achtsamkeit, handelte aber selbst nicht immer danach, was ihn für mich widersprüchlich und weniger sympathisch machte. Gerade bei ihm hätte ich mir stellenweise noch mehr Tiefe und Entwicklung gewünscht.
Ein echtes Highlight war für mich die Nebenfigur Hausmeister Mattissen, der mit trockenem Humor und pointierten Aussagen für viele unterhaltsame Momente sorgte. Seine Sprüche waren einfach großartig und haben mich mehrfach zum Lachen gebracht. Durch ihn gewann die Geschichte jedoch nicht nur deutlich an Leichtigkeit, sondern auch Tiefe, was mir sehr gut gefallen hat.
Generell arbeitete der Roman stark mit Klischees und Überzeichnungen, was ich sonst eher kritisch sehe. Hier hat es für mich aber überraschend gut funktioniert. Es passte zum Ton der Geschichte und trug sehr zur Unterhaltung bei. Viele Figuren und Situationen hatten einen hohen Wiedererkennungswert und luden auch dazu ein, über bekannte Verhaltensweisen zu schmunzeln.
Besonders gelungen fand ich die Balance zwischen humorvollen und ernsteren Momenten. Gerade in den späteren Abschnitten schaffte es der Autor, emotionalere Themen einzubringen, ohne dass es zu schwer oder kitschig wurde. Gleichzeitig hatte ich aber auch das Gefühl, dass manches Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Einige Entwicklungen gingen mir etwas zu schnell, während andere Handlungsstränge für meinen Geschmack zu oberflächlich behandelt wurden.
Das Ende hat mir insgesamt gut gefallen. Dass nicht alle Fragen vollständig aufgelöst wurden und manche Beziehungen offen bleiben, empfand ich stimmig.
Insgesamt ist "Einatmen. Ausatmen." für mich ein sehr unterhaltsamer, kurzweiliger Roman mit vielen humorvollen und berührenden Momenten. Auch wenn er sein volles Potenzial nicht ganz ausschöpft und für mich nicht an "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" heranreicht, habe ich das Buch gerne gelesen – perfekt für Zwischendurch, wenn man sich kurzweilig unterhalten lassen möchte.
Der Einstieg in den Roman hat mich direkt überzeugt. Der Ton war leicht, humorvoll und angenehm zu lesen, sodass ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Besonders gut gefallen hat mir die wechselnde Perspektive zwischen Marlene und Alex, die für Abwechslung sorgte und den Figuren Raum gab.
Im weiteren Verlauf wurde die Geschichte spürbar ernster. Das brachte zwar interessante Aspekte mit sich, wirkte auf mich stellenweise aber etwas zäher, da es der Handlung an manchen Punkten an Tiefe fehlte. Hier hat mich das Buch kurzzeitig etwas weniger gefesselt und nicht sein volles Potential entfaltet.
Marlene habe ich im Verlauf der Geschichte immer differenzierter wahrgenommen. Anfangs wirkte sie auf mich eher kühl und fast roboterhaft, doch schnell wurde deutlich, welche Prägung für ihre Abkapselung von Gefühlen gesorgt hatte. Gerade diese Entwicklung, ihr langsames Öffnen und erste emotionale Annäherungen, fand ich sehr gelungen und teilweise wirklich berührend. Einige Szenen gingen mir spürbar nahe, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen.
Alex hingegen blieb für mich insgesamt schwer greifbar. Zwar wurde er im Verlauf etwas konturierter, dennoch wirkte er oft zu glatt und wenig authentisch in seiner Entwicklung. Er predigte Achtsamkeit, handelte aber selbst nicht immer danach, was ihn für mich widersprüchlich und weniger sympathisch machte. Gerade bei ihm hätte ich mir stellenweise noch mehr Tiefe und Entwicklung gewünscht.
Ein echtes Highlight war für mich die Nebenfigur Hausmeister Mattissen, der mit trockenem Humor und pointierten Aussagen für viele unterhaltsame Momente sorgte. Seine Sprüche waren einfach großartig und haben mich mehrfach zum Lachen gebracht. Durch ihn gewann die Geschichte jedoch nicht nur deutlich an Leichtigkeit, sondern auch Tiefe, was mir sehr gut gefallen hat.
Generell arbeitete der Roman stark mit Klischees und Überzeichnungen, was ich sonst eher kritisch sehe. Hier hat es für mich aber überraschend gut funktioniert. Es passte zum Ton der Geschichte und trug sehr zur Unterhaltung bei. Viele Figuren und Situationen hatten einen hohen Wiedererkennungswert und luden auch dazu ein, über bekannte Verhaltensweisen zu schmunzeln.
Besonders gelungen fand ich die Balance zwischen humorvollen und ernsteren Momenten. Gerade in den späteren Abschnitten schaffte es der Autor, emotionalere Themen einzubringen, ohne dass es zu schwer oder kitschig wurde. Gleichzeitig hatte ich aber auch das Gefühl, dass manches Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft wurde. Einige Entwicklungen gingen mir etwas zu schnell, während andere Handlungsstränge für meinen Geschmack zu oberflächlich behandelt wurden.
Das Ende hat mir insgesamt gut gefallen. Dass nicht alle Fragen vollständig aufgelöst wurden und manche Beziehungen offen bleiben, empfand ich stimmig.
Insgesamt ist "Einatmen. Ausatmen." für mich ein sehr unterhaltsamer, kurzweiliger Roman mit vielen humorvollen und berührenden Momenten. Auch wenn er sein volles Potenzial nicht ganz ausschöpft und für mich nicht an "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" heranreicht, habe ich das Buch gerne gelesen – perfekt für Zwischendurch, wenn man sich kurzweilig unterhalten lassen möchte.