Rabenschwarze Provinztragödie mit eigenwilligem Herzschlag
Diese Leseprobe überrascht mit einer herrlich skurrilen, pechschwarzen Mischung aus Kleinstadtmelancholie, trockenem Humor und handfester Tragik. Der Einstieg rund um den Pflegeheimkater Pancakes, der als unfreiwilliger tierischer Sensenmann den Tod betagter Senioren vorausahnt und schließlich den Heimleiter Dr. Gust in schiere Panik treibt, liest sich wunderbar bissig und unkonventionell.
Was den Text jedoch über bloßen Klamauk hinaushebt, ist die feinfühlige, unaufdringliche Figurenzeichnung im zweiten und dritten Kapitel: Da ist der gutmütige, vom Schicksal gebeutelte Messie PJ Halliday, der das Zimmer seiner vor fünfzehn Jahren spurlos verschwundenen Tochter unangetastet lässt, sich mit seiner Ex-Frau und deren neuem Partner zum täglichen Frühstück trifft und von ihr vor den grausamen Schlagzeilen der Welt bewahrt wird, indem sie böse Nachrichten vorab aus der Morgenzeitung herausschneidet. Auf der anderen Seite steht die zerrüttete Familie Meeklin, deren scheinbar normaler Morgen in ein rabenschwarzes Desaster kippt: Eine Ehefrau, die ihren missbräuchlichen Gatten kaltblütig vergiftet, ein beiläufiger Autounfall auf dem Parkplatz und eine hochbegabte Viertklässlerin, die am Familienforschungstag vor versammelter Klasse ungerührt über Zeugung, Tagebücher und eine Menage-à-trois referiert.
Die Art und Weise, wie die Erzählstimme zwischen absurder Komik und tiefer menschlicher Verwundbarkeit balanciert, erzeugt einen ganz eigenen Sog. Die einzelnen Schicksale und Zufälle greifen wie kleine Zahnräder ineinander, ohne dass es konstruiert oder aufgesetzt wirkt. Man spürt sofort, dass sich hier eine komplexe, warmherzige und zugleich tragikomische Geschichte über Verlust, Schuld und das Weiterleben anbahnt.
Einzig die Fülle an sofort aufgeworfenen Baustellen – von der vermissten Tochter über Lotteriegewinne, Vergiftungsmord bis hin zu Verwandtschaftsverhältnissen – verlangt zu Beginn einiges an Aufmerksamkeit, um den Faden nicht zu verlieren. Dem Lesevergnügen tut das jedoch keinen Abbruch.
Ich möchte das Buch unbedingt ganz lesen, weil dieser bittersüße Tonfall zwischen trockenem Galgenhumor und stiller Tragik schlichtweg brillant getroffen ist.
Was den Text jedoch über bloßen Klamauk hinaushebt, ist die feinfühlige, unaufdringliche Figurenzeichnung im zweiten und dritten Kapitel: Da ist der gutmütige, vom Schicksal gebeutelte Messie PJ Halliday, der das Zimmer seiner vor fünfzehn Jahren spurlos verschwundenen Tochter unangetastet lässt, sich mit seiner Ex-Frau und deren neuem Partner zum täglichen Frühstück trifft und von ihr vor den grausamen Schlagzeilen der Welt bewahrt wird, indem sie böse Nachrichten vorab aus der Morgenzeitung herausschneidet. Auf der anderen Seite steht die zerrüttete Familie Meeklin, deren scheinbar normaler Morgen in ein rabenschwarzes Desaster kippt: Eine Ehefrau, die ihren missbräuchlichen Gatten kaltblütig vergiftet, ein beiläufiger Autounfall auf dem Parkplatz und eine hochbegabte Viertklässlerin, die am Familienforschungstag vor versammelter Klasse ungerührt über Zeugung, Tagebücher und eine Menage-à-trois referiert.
Die Art und Weise, wie die Erzählstimme zwischen absurder Komik und tiefer menschlicher Verwundbarkeit balanciert, erzeugt einen ganz eigenen Sog. Die einzelnen Schicksale und Zufälle greifen wie kleine Zahnräder ineinander, ohne dass es konstruiert oder aufgesetzt wirkt. Man spürt sofort, dass sich hier eine komplexe, warmherzige und zugleich tragikomische Geschichte über Verlust, Schuld und das Weiterleben anbahnt.
Einzig die Fülle an sofort aufgeworfenen Baustellen – von der vermissten Tochter über Lotteriegewinne, Vergiftungsmord bis hin zu Verwandtschaftsverhältnissen – verlangt zu Beginn einiges an Aufmerksamkeit, um den Faden nicht zu verlieren. Dem Lesevergnügen tut das jedoch keinen Abbruch.
Ich möchte das Buch unbedingt ganz lesen, weil dieser bittersüße Tonfall zwischen trockenem Galgenhumor und stiller Tragik schlichtweg brillant getroffen ist.