Brutales Mittelalter

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wolfram Avatar

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Tibb erlebt in voller Härte, wie ihre Mutter, die dem Schumacher ein Kind schenken wollte, im Tausch gegen ein Dach überm Kopf, bei der Geburt stirbt. Der Schumacher jagt Tibb davon, (er wollte einen Jungen, und das Balg ist ein Mädchen) und verscharrt die Mutter.

Schonungslos wird hier nichts ausgelassen, Tibb fühlt sich betrogen und zündet des Mannes Haus an, bevor sie den Ort verlässt, das Neugeborene dabei.

Landstreicherei ist strafbar, Tibb und ihre kleine Schwester sind vogelfrei und werden überall davongejagt. Ihre innere Verzweiflung wird als "Schwarze Schlange" bezeichnet, die sich immer wieder in ihrem Innern breitmacht. Ansonsten ist sie im Überlebenskampf und gaukelt ihrer kleinen Schwester das ganze als Abenteuer vor. Unbändiger Überlebenswille und Traumaverdrängung halten sich die Waage.

Als Leser ist das zeitweise schwer zu ertragen. Kleine Hoffnungsschimmer wechseln sich ab mit neuen Niederschlägen. Man möchte Tibb auf ihrem Weg weiter begleiten.

Das Cover finde ich ausgesprochen unpassend, regelrecht abschreckend, lässt es doch weder auf den Inhalt noch die zeitliche Einordnung schließen. Im Laden hätte ich dieses Buch definitiv stehen gelassen. Schade! Versteckt sich zwischen den Buchrücken doch wahrscheinlich eine wahre Perle.