Historisch, aber anders

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dina2803 Avatar

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Rosanna Pike lässt Tibb Ingleby im Jahr 1500 sprechen, und diese Stimme trägt das ganze Buch: wild, verletzlich, wütend, komisch und herzzerreißend ehrlich.

Die Leseprobe zeigt sofort, worum es geht: Armut, Überleben, Gewalt, Mut und eine unerschütterliche Bindung zwischen zwei Schwestern. Tibb verliert ihre Mutter bei der Geburt des Babys und muss plötzlich allein für das Neugeborene sorgen. Die Sprache ist bewusst ungeschliffen, manchmal chaotisch, aber genau das macht sie authentisch. Man spürt die Not, die Angst, aber auch den Trotz und die Fantasie eines Kindes, das sich weigert aufzugeben.

Der Roman ist kein klassisches Historienepos, sondern ein intensiver, sehr persönlicher Blick auf das Leben der Ärmsten im England des 16. Jahrhunderts. Die Atmosphäre ist hart, oft düster, aber immer mit einem Funken Hoffnung. Besonders stark ist die Darstellung der kindlichen Logik: Tibb versteht die Welt falsch und gleichzeitig völlig richtig.

Ich bin sehr neugierig, wie es mit Tibb weitergeht.