Tibb-ohne-Heim im England des 15. Jhdt.

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Als Tibbs Mutter einem verheirateten Schuster ein Mädchen gebiert und das nicht überlebt, ist die Vierzehnjährige mit einem Baby auf sich allein gestellt. Im England des fünfzehnten Jahrhunderts und ohne jeglichen Besitz oder Bildung unmöglich. Tibb ist bald allein, den Schock über den Verlust in mehreren Tagen kaum verwunden. Am Meeresstrand trifft sie auf den nur wenig älteren Ivo, der Krabben fängt und sich ein wenig um Tibb kümmert. Obwohl ihre Ma ihr gesagt hat, sie solle sich von Männern fernhalten, vertraut sie ihm.
Der Debütroman ist dem Geschriebenen nicht anzumerken. Die Autorin hat die Stimme des jungen Mädchens, das ohne Bildung und umfassende Welterfahrung aufgewachsen ist, sprachlich großartig eingefangen. Sie ist jung und sie ist naiv, aber sie macht sich ihre eigenen Gedanken. Außerdem ist es eine ganze Menge, was da auf sie einprasselt - es ist teilweise sehr berührend zu lesen, wie Tibb in der Ich-Form davon erzählt. Das wird sicher ein sehr emotionaler Roman mit Tiefe, wenn der Leser dabei zusieht, ob Tibb-ohne-Heim doch noch ein Dach für sich findet.