Betrug mit Herz
Ich muss zugeben, dass ich „Eine kleine Schwindelei” von Rosanna Pike ohne große Erwartungen aufgeschlagen habe. Ich dachte, es sei ein „normaler“ Historienroman, und dann saß ich zwei Abende später da und wollte eigentlich längst schlafen, aber Tibb Ingleby ließ mich einfach nicht los.
Die Geschichte spielt im England der Tudorzeit, allerdings nicht am Hof, sondern ganz unten, dort wo man kein Dach über dem Kopf hat und sich durchs Leben mogelt, so gut es geht. Genau das hat Tibb von ihrer Mutter gelernt, kleine Tricks und Schwindeleien, mit denen man überlebt, wenn einem sonst niemand hilft. Als die Mutter stirbt, ist Tibb plötzlich ganz allein, findet für eine Weile Halt bei einem jungen Mann namens Ivo, schlägt sich später mit einer Wandertruppe durchs Land und gerät am Ende in eine Geschichte, die tatsächlich einen wahren Kern hat. Pike hat sich vom Fall der sogenannten „Holy Maid of Leominster” inspirieren lassen, einer Frau, die im 16. Jahrhundert einen Engel vortäuschte und damit ganze Pilgerscharen anlockte. Genau in diese Richtung entwickelt sich auch Tibbs größte Schwindelei, eigentlich nur als Fluchtplan gedacht, der sich dann aber verselbstständigt und ihr mehr Aufmerksamkeit einbringt, als ihr lieb ist.
Was mich wirklich gepackt hat, ist Tibbs „Stimme“. Sie flucht, sie ist grob, sie macht sich nichts vor, und trotzdem spürt man unter dieser harten Schale eine Verletzlichkeit, die einen an den richtigen Stellen völlig unvorbereitet trifft. Ich habe an einigen Seiten laut gelacht und kurz danach mit einem Kloß im Hals weitergelesen, und dieser Wechsel wirkte für mich nie aufgesetzt, sondern erstaunlich natürlich für ein Debüt. Pike zeichnet Armut, Aberglauben und die Härte dieser Zeit so, dass man sie förmlich riecht, ohne dass es je wie ein Geschichtsunterricht daherkommt.
Am Ende bleibt ein Debüt, das sich traut, unbequem und komisch zugleich zu sein, mit einer Hauptfigur, die ich so schnell nicht vergessen werde. Für alle, die historische Romane mögen, aber genug haben von Samt, Etikette und braven Heldinnen, ist Tibb genau die richtige Gesellschaft.
Die Geschichte spielt im England der Tudorzeit, allerdings nicht am Hof, sondern ganz unten, dort wo man kein Dach über dem Kopf hat und sich durchs Leben mogelt, so gut es geht. Genau das hat Tibb von ihrer Mutter gelernt, kleine Tricks und Schwindeleien, mit denen man überlebt, wenn einem sonst niemand hilft. Als die Mutter stirbt, ist Tibb plötzlich ganz allein, findet für eine Weile Halt bei einem jungen Mann namens Ivo, schlägt sich später mit einer Wandertruppe durchs Land und gerät am Ende in eine Geschichte, die tatsächlich einen wahren Kern hat. Pike hat sich vom Fall der sogenannten „Holy Maid of Leominster” inspirieren lassen, einer Frau, die im 16. Jahrhundert einen Engel vortäuschte und damit ganze Pilgerscharen anlockte. Genau in diese Richtung entwickelt sich auch Tibbs größte Schwindelei, eigentlich nur als Fluchtplan gedacht, der sich dann aber verselbstständigt und ihr mehr Aufmerksamkeit einbringt, als ihr lieb ist.
Was mich wirklich gepackt hat, ist Tibbs „Stimme“. Sie flucht, sie ist grob, sie macht sich nichts vor, und trotzdem spürt man unter dieser harten Schale eine Verletzlichkeit, die einen an den richtigen Stellen völlig unvorbereitet trifft. Ich habe an einigen Seiten laut gelacht und kurz danach mit einem Kloß im Hals weitergelesen, und dieser Wechsel wirkte für mich nie aufgesetzt, sondern erstaunlich natürlich für ein Debüt. Pike zeichnet Armut, Aberglauben und die Härte dieser Zeit so, dass man sie förmlich riecht, ohne dass es je wie ein Geschichtsunterricht daherkommt.
Am Ende bleibt ein Debüt, das sich traut, unbequem und komisch zugleich zu sein, mit einer Hauptfigur, die ich so schnell nicht vergessen werde. Für alle, die historische Romane mögen, aber genug haben von Samt, Etikette und braven Heldinnen, ist Tibb genau die richtige Gesellschaft.