Von Kehlaufschneidern, Schmusepüppchen und Engeln
"Dieser Hasser-von-Liebe gleitet so leise durch die Pforten von Ivos Kirche, das ich ihn kaum bemerke. Er ist kein großer Mensch, aber eine schwarze Wolke kommt mit ihm herein und füllt das Kirchenschiff, als würde die Welt zu Asche werden. Die Enten würden ertrinken, käme er an einem Teich vorbei, und die Fische würden an die Oberfläche treiben." - S. 331, 1. Absatz
Es ist eine ganz eigentümliche Sprache, in der Rosanna Pike ihre Ich-Erzählerin Tibb Ingleby ihre Geschichte erzählen lässt. Manchmal poetisch, manchmal vulgär. Nicht selten verstecken die kindlich anmutenden Umschreibungen das Grauen, von dem sie erzählen. Im Nachgang wirken sie dadurch nur um einiges brutaler. So unschuldig der Titel und die Inhaltsbeschreibung auch klingen, Pike erzählt vom Leid derer die ganz unten sind und keine Rechte haben. Es ist eine Bande von Außenseitern die zueinanderfinden und deren Liebe und Freundschaft füreinander wie ein Leuchtfeuer in der kalten Welt wirkt.
Es macht Spaß von Tibb und ihren Leuten zu lesen, man hält zu ihnen, wünscht sich das es gut ausgeht. Tibb ist eine sympathische Hauptfigur die gerne und viel flucht und das Herz am rechten Fleck hat. Tibbs Blick auf die Welt ist sehr modern und entspricht einer heutigen, liberalen Weltsicht. Dadurch vergisst man beim Leser sehr oft, in welcher Zeit die Geschichte eigentlich spielt. Würde nicht ständig von Strohdächern die Rede, hätte ich die Geschichte locker ein paar Jahrhunderte später gesehen. Als historischer Roman taugt "Eine kleine Schwindelei" kaum.
Das Buch hat eine ganz eigene Atmosphäre. Die harschen Lebensbedingungen und die Hartherzigkeit und Boshaftigkeit vieler Menschen, die im harten Kontrast zu Tibbs Stärke und ihrer Freunde steht. Beim Lesen verspürte ich abwechselnd ein dumpfes Gefühl und der Magengrube und später wieder Wärme die fast mein Herz erwärmt. Die Geschichte zeigt wie Resilienz funktionieren kann und wie wichtig ein soziales Netz ist.
Wobei nicht alles realistisch ist. Manchmal wirken die Figuren ein wenig zu perfekt, vor allem wenn sie stets die richtigen Worte zu finden scheinen. Das fällt vor allem bei den männlichen Hauptfiguren auf, die durch die Bank mit einem hohen EQ ausgestattet zu sein scheinen. Gegen Ende hat die Geschichte einige Logik-Löcher und der Schluss ist nicht ganz überzeugend aber Realismus erwartet hier glaub ich auch niemand.
Es ist eine ganz eigentümliche Sprache, in der Rosanna Pike ihre Ich-Erzählerin Tibb Ingleby ihre Geschichte erzählen lässt. Manchmal poetisch, manchmal vulgär. Nicht selten verstecken die kindlich anmutenden Umschreibungen das Grauen, von dem sie erzählen. Im Nachgang wirken sie dadurch nur um einiges brutaler. So unschuldig der Titel und die Inhaltsbeschreibung auch klingen, Pike erzählt vom Leid derer die ganz unten sind und keine Rechte haben. Es ist eine Bande von Außenseitern die zueinanderfinden und deren Liebe und Freundschaft füreinander wie ein Leuchtfeuer in der kalten Welt wirkt.
Es macht Spaß von Tibb und ihren Leuten zu lesen, man hält zu ihnen, wünscht sich das es gut ausgeht. Tibb ist eine sympathische Hauptfigur die gerne und viel flucht und das Herz am rechten Fleck hat. Tibbs Blick auf die Welt ist sehr modern und entspricht einer heutigen, liberalen Weltsicht. Dadurch vergisst man beim Leser sehr oft, in welcher Zeit die Geschichte eigentlich spielt. Würde nicht ständig von Strohdächern die Rede, hätte ich die Geschichte locker ein paar Jahrhunderte später gesehen. Als historischer Roman taugt "Eine kleine Schwindelei" kaum.
Das Buch hat eine ganz eigene Atmosphäre. Die harschen Lebensbedingungen und die Hartherzigkeit und Boshaftigkeit vieler Menschen, die im harten Kontrast zu Tibbs Stärke und ihrer Freunde steht. Beim Lesen verspürte ich abwechselnd ein dumpfes Gefühl und der Magengrube und später wieder Wärme die fast mein Herz erwärmt. Die Geschichte zeigt wie Resilienz funktionieren kann und wie wichtig ein soziales Netz ist.
Wobei nicht alles realistisch ist. Manchmal wirken die Figuren ein wenig zu perfekt, vor allem wenn sie stets die richtigen Worte zu finden scheinen. Das fällt vor allem bei den männlichen Hauptfiguren auf, die durch die Bank mit einem hohen EQ ausgestattet zu sein scheinen. Gegen Ende hat die Geschichte einige Logik-Löcher und der Schluss ist nicht ganz überzeugend aber Realismus erwartet hier glaub ich auch niemand.