Eine eigenwillige und liebenswerte Protagonistin

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annamagareta Avatar

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„Eine kleine Schwindelei“ ist das Debüt der in London lebenden Autorin Rosanna Pike.

Die Handlung beginnt im Mai 1500 in England. Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Tibb Ingleby.
Sie lebt mit ihrer Mutter das Leben einer Landstreicherin, hat nie einen festen Wohnsitz gehabt. Kurz nach der Geburt ihrer Schwester, stirbt Tibbs Mutter und sie muss auf eigenen Füßen stehen und für ihre kleine Schwester Henrietta sorgen. Benannt hat sie diesem nach Henry VII..

Die Ereignisse werden aus der Perspektive von Tibbs berichtet. Sie ist eine sehr eigenwillige aber absolut großartige und liebenswerte Protagonistin. Sie schlägt sich geschickt durch das Leben, macht dabei Erfahrungen, an der viele zerbrechen würden, aber Tibbs ist einfach unverwüstlich.

Der Schreibstil der Autorin ist brillant. Sie gibt ihrer Protagonistin eine deutliche Sprache, manchmal etwas derb, aber irgendwie wirkt Tibbs dadurch nur noch liebenswerter authentischer. Auch die Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit sind nichts für zarte Gemüter. Die rauen Sitten sprechen eine deutliche Sprache und ich bin eigentlich sehr zufrieden damit, dass mein Leben erst über 500 Jahre später begonnen hat.

Es ist eine Geschichte, in der es um das Leben bzw. Überleben im Mittelalter geht, um Freundschaft, die Kirche, Aberglauben, Mut, Verzweiflung und vieles mehr. Die Charaktere sind gut angelegt und mit ihnen hat mich die Autorin direkt in das späte Mittelalter entführt und es lebendig werden lassen.

Ich finde dieses Debüt einfach großartig und hoffe, dass ich bald weitere Bücher von Rosanna Pike zu lesen bekomme.