Eine Geschichte von den Herausforderungen des Erwachsenwerdens zwischen all den Stolpersteinen einer vergangen Zeit

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„Nur eine kleine Schwindelei“ begleitet Tibb – eine Landstreicherin von grade mal 10 Jahren, die im Jahr 1500 auf sich allein gestellt ist. Im Laufe ihrer Geschichte begegnet sie einigen Menschen, um die man lieber einen Bogen machen möchte und solchen, die einen Platz im Herzen bekommen und die schnell in das Mitfiebern miteingeschlossen werden.
Das Buch fesselt den Leser von Beginn an; durch kurze Kapitel und einen für mich eher ungewöhnlichen Schreibstil flogen die Seiten nur so vorbei. Thematisch bringt die Geschichte von Tibb, ihrem besten Freund Ivo und ihre Ehemann-Mann Ambrose allerhand Themen auf den Tisch, die von den Unterschieden und den Ungerechtigkeiten zur Zeit damaliger Gesetze geprägt sind. So liest man beispielsweise von den Problemen, die optische Ungleichheiten (Feuermal, Albinismus o.ä.) mit sich bringen und auch vom Dulden von Prostitution, sexualisierter Gewalt und damit zusammenhängenden Rollen- und Wertebildern.
Es gibt zwei Fragestellungen, die die Hauptcharaktere und so auch den Leser über die gesamte Reise hinweg beschäftigen. Zum einen ist es die Frage nach der Allmächtigkeit und den Regeln der Kirche, wenn dort gepredigt wird, Menschen für ihr Anderssein zu bestrafen. Zum anderen ist es die Überlegung, ob ein Zuhause gleichzusetzen ist mit einem Dach über dem Kopf und welche Wichtigkeit dieses noch hat, wenn Herz und Seele dort nicht glücklich sind.
Abschließend lässt sich sagen, dass Rosanna Pike mit der kleinen Schwindelei ein Werk geschaffen hat, dass zum Abtauchen und Mitfiebern einlädt und durch ungewöhnliche Wortwahl und transportierte Emotionen schnell in seinen Bann zieht.