Ja, aber

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tigga2505 Avatar

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Ich hatte mich sehr auf *Eine kleine Schwindelei* gefreut, weil mich die Geschichte um Tibb Ingleby und das Leben im Tudor-England sofort angesprochen hat. Leider konnte mich das Buch am Ende aber nicht so begeistern wie erhofft.

Tibb wächst als Vagabundin auf und schlägt sich mit den Regeln durchs Leben, die ihre Mutter ihr mitgegeben hat: niemals zu lange an einem Ort bleiben und niemandem zu schnell vertrauen. Auf ihrer Reise begegnet sie den unterschiedlichsten Menschen – Schaustellern, Außenseitern und anderen Gestrandeten – und sucht dabei nicht nur nach einem sicheren Platz zum Leben, sondern auch nach einem Gefühl von Zuhause. Gerade diese Begegnungen fand ich oft interessant, weil sie zeigen, wie hart das Leben für Menschen am Rand der Gesellschaft damals gewesen sein muss.

Trotzdem hatte ich immer wieder Schwierigkeiten, richtig in die Geschichte einzutauchen. Die Handlung macht für mein Empfinden häufig sehr große Sprünge. Beziehungen entwickeln sich teilweise zwischen zwei Kapiteln weiter, Ereignisse werden eher angerissen als wirklich erzählt und dadurch fehlten mir oft die emotionalen Zwischentöne. Gerade bei einer Figur wie Tibb hätte ich mir mehr Zeit gewünscht, ihre Entwicklung mitzuerleben, statt immer wieder das Gefühl zu haben, einen Teil ihrer Reise verpasst zu haben.

Der Schreibstil ist angenehm und Tibb ist eine eigenwillige, schlagfertige Protagonistin, die dem Roman durchaus Charme verleiht. Insgesamt blieb das Buch für mich aber hinter seinem Potenzial zurück. Eine interessante Grundidee und eine besondere Hauptfigur treffen auf einen Erzählrhythmus, der mich leider nicht vollständig mitnehmen konnte.