Kein Buch für mich

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brenda_wolf Avatar

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Rosanna Pikes ‚Eine kleine Schwindelei‘ ist ein etwas anderer historischer Roman. Hier geht es nicht um den Adel und seine Kämpfe, hier geht es um Menschen, die zum sogenannten fahrenden Volk gehören, Landstreicher, Vagabunden, Heimatlose.

Spätes Mittelalter in England, Tudor-Zeit. Das Mädchen Tibb Ingleby hat keine Familie, kein Zuhause. Die Mutter ist an der Geburt ihrer kleinen Schwester verstorben. Nun schlägt sie sich allein durchs Leben. Die Regeln hat sie von ihrer Mutter gelernt, deren Traum es gewesen war, ein Dach über dem Kopf zu haben. Sie ist mutig, frech, mit einer großen Portion Misstrauen, vor allem gegen Männer und der Obrigkeit. Sie muss sich versteckt halten. Denn das Vagabundieren und Landstreichen wird hart bestraft. Tibb trifft auf den jungen Ivo, mit dem sie bald eine tiefe Freundschaft verbindet.

Zweifellos ist Rosanna Pike mit ‚Eine kleine Schwindelei‘ ein beeindruckender Debütroman gelungen. Sie zeichnet die Härte des Mittelalters glaubhaft ab. Dennoch hatte ich mir nach dem Klappentext und reinlesen in die ersten Seiten etwas ganz was anderes erwartet. Mehr Spaß, mehr Frechheit, vielleicht auch mal Lachen. Insgesamt eine positivere Handlung. Dem war leider nicht so. Tibb erlebt eine grausame Umwelt. Auch wenn sie sich mit einer gewissen Naivität durchs Leben schlängelt. Ich empfand den Roman als ziemlich bedrückend. Es gab Szenen, die mir das Blut in den Adern stocken ließen. Zum Glück gab es auch Menschen mit freundlichen Herzen und liebevolle Momente.

‚Eine kleine Schwindelei‘ liest sich leicht und flüssig. Die Naturbeschreibungen sind bildhaft und schön. Aber auch wenn dieser Roman sehr spannend ist, es ist kein Buch, dass ich ein zweites Mal lesen würde.

Fazit: Nichts für zartbesaitete Leser.