Mach dir dein eigenes Paradies!

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Auf der Suche nach dem Glück, Selbstbehauptung, Freiheit und Autonomie begegnen wir Rosanna Pikes jungen Tibb Ingleby, einem blassen, ungewöhnlichem Mädchen mit Albinismus, das versucht, sich seinen Platz in der Welt zu erkämpfen. Moderne Themen, die allerdings in einem historischen Roman aus der Tudor-Zeit um 1500 ihre Heldin begleiten.
Tibby hat noch nie ein festes Dach über dem Kopf gehabt. Sie zieht als Vagabundin mit ihrer hübschen, klugen und mit allen Wassern geschwaschenen Mutter illegal von Ort zu Ort. Doch das Schicksal schlägt grausam zu, denn kurz nach der Geburt ihrer kleiner Schwester Henrietta stirbt die Mutter und Tibb, selbst noch ein junges Mädchen von ca. 12 Jahren, ist auf sich alleine gestellt. Die Grausamkeit der Welt begegnet ihr von Anfang an und sie muss sich behaupten, besonders gegenüber Männern zur Wehr setzen, dafür sorgen, dass sie den Herausforderungen des Alltags auf ihrer Wanderung übersteht. Die erste Regel des Landstreicherlebens wurde ihr noch von ihrer Mutter eingeimpft: „Bleib nicht zu lange an einem Ort!“ Die Sehnsucht nach einem Dach über dem Kopf begleitet sie dennoch, allerdings erkennt sie auf ihrem Weg, dass Freundschaft, Vertrauen und ein weites Herz wichtiger als Sesshaftigkeit sind und ihr eine Heimat bieten können.
Schon das Cover ist ein wahrer Hingucker und spielt mit den Erwartungen – der obere Teil eines Madonnengesichts mit einem angedeuteten Heiligenschein, aber dazu wird nur so viel verraten, dass auch die bigotte Kirche des Mittelalters eine wichtige Rolle spielt und gerade nicht den Zufluchtsort der Armen und Ausgestoßenen darstellt. Ein äußerst unterhaltsamer Roman, der sich rasch und amüsant liest, sprachlich teilweise eher derb, schlagfertig und humorvoll die Sprache der Straße imitiert, keineswegs altbacken daherkommt und eine wunderbare Heldin im Zentrum hat, die einfach nur begeistern kann.