Schwere Jugend im England des16. Jahrhunderts

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"Die erste Regel des Landstreicherlebens: Bleib nicht zu lange an einem Ort, sonst fällt es den Mistkerlen auf!"
Rosanna Pikes nach wahren Begebenheiten verfasster Debütroman, der Historienschmöker "Eine kleine Schwindelei" ("A little Trickerie", aus dem Englischen von Susanne Höbel in die deutsche Sprache übersetzt, 416 S., bei Harper Collins seit dem 25. 08. 2026 unter der ISBN 9783365014844) führt uns nach einer Widmung für ihren Mann Oli und ihren Sohn Rex ins spätmittelalterliche England des 16. Jahrhunderts, genauer gesagt in den Monat Mai 1500 in die Nähe von Newmarket.
Die junge Protagonistin Tibb Ingleby hat kein Zuhause und ist seit dem Verlust ihrer Mutter (Ma) völlig auf sich allein gestellt, wurde von dieser jedoch bestmöglich auf das Landstreicherleben und seine Gefahren vorbereitet (s. o.).
Tibb hat gut zugehört, ist mutig, vielleicht manchmal noch etwas leichtgläubig, aber keinesfalls dumm, und sie lernt bei ihrem Abenteuerleben rasch dazu.
Was sie erlebt (hat), ist meist sehr traurig und oft brutal, aber sie kann sich in gewisser Weise durch Chuzpe und Vulgarität schützen.
Die Lektüre war oft deprimierend, wirkt aber glaubhaft. Glücklicherweise traf Tibb ja auch auf angenehme Mitmenschen.
Ich bin gern wieder einmal in die Tudor-Zeit gereist, wenn ich auch mit dem Cover und gelegentlich mit dem Erzählstil nicht sonderlich glücklich war.