Tiefgehend

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Der Roman „Eine kleine Schwindelei“ handelt von Tibb Ingleby - eines jungen Mädchens im späten Mittelalter, die mit ihrer Mutter als Landstreicherin durch England zieht. Als ihre Mutter bei dem Versuch ihrer Familie ein Dach über dem Kopf zu besorgen - durch die Geburt der kleinen Henriette - stirbt, steht Tibb ganz allein da und versucht zu überleben, zwischen vielen bösen Menschen ein gutes Herz zu bewahren, ohne Vorurteile den Menschen gegenüber zu treten und stolpert ein wenig naiv, aber mit einem starken Glauben an das Gute, durch das Leben. Es ist ein Buch voller Freundschaft und der Sehnsucht nach Liebe und einem Zuhause (das nicht immer in physischer Ort sein muss) - aber auch voller schrecklicher Gräueltaten der Kirche im späten Mittelalter, voller „Mistkerle“ und eine riesigen Kluft zwischen arm und reich. Der Titel jedes Kapitels findet sich genau so wortwörtlich in dem Kapiteltext wieder, man ist immer gespannt, in welchem Kontext. Und nach und nach macht auch der Titel des Buches genauso viel Sinn, wie die Kapitelüberschriften. Das Buch beginnt in zwei Handlungssträngen, bei denen sich eine Annährung anbahnt, aber man sich bis zum Ende des Buches fragt, wie es soweit gekommen ist. Es ist ein Buch, das man schwer wieder zur Seite legen kann. Tibb‘s naive, aber derbe Sprache mit ihren Wortneuschöpfungen, wenn sie etwas nicht kennt, ist großartig! Insgesamt: Eine ganz ungewöhnliche Gruppe an Menschen - an Ausgestoßenen - besonders zu dieser Zeit; mit einem großen und doch bescheidenen Traum: in Frieden miteinander zu leben. Vielleicht auch ein kleiner Weckruf an die heutige Gesellschaft, die zunehmend (und beängstigend) ins Konservative kippt.