Unterhaltsam und warmherzig
Tibb Ingleby hat nach dem Tod ihrer Mutter nichts außer den Überlebensregeln, die diese ihr beigebracht hat. Als Landstreicherin im England Heinrichs VII. schlägt sie sich von Ort zu Ort durch, misstrauisch gegenüber der Welt und besonders gegenüber den Männern darin, trifft dabei aber auch auf Schausteller, Außenseiter und Ausreißer, mit denen sie so etwas wie Familie findet. Aus dieser Sehnsucht nach Zugehörigkeit heraus wagt sie schließlich eine Schwindelei, die weit größere Kreise zieht, als sie ahnt.
Da ich generell ein Faible für diese Epoche habe, kamen mir sofort die Cromwell-Romane von Hilary Mantel in den Sinn, aber tatsächlich hat dieses Buch damit fast nichts gemein. Pike schlägt einen ganz anderen Ton an, fast schon cozy, mit traurigen Momenten zwischendurch, die aber nie lange bestehen bleiben dürfen, weil im nächsten Absatz schon wieder der Humor übernimmt. Genau diese Mischung war für mich nicht durchgehend mein Fall, mir persönlich hätte es gutgetan, wenn das Buch sich seine ernsten Passagen öfter mal hätte stehen lassen.
Auf über 400 Seiten bleibt Pike konsequent bei ihrem gewählten Stil, erzählt aus der Perspektive der ungebildeten Tibb, die nie eine Schule von innen gesehen hat, und genau dieser schnoddrige, direkte Ton trägt die ganze Geschichte. Das ist konsequent gemacht, wurde mir über die Länge aber irgendwann auch ein Stück weit zu gleichförmig. Die Nebenfiguren, denen Tibb unterwegs begegnet, fand ich interessant, jede von ihnen bringt einen eigenen kleinen Farbtupfer in die Geschichte.
Etwas vermisst habe ich das Tudor-England selbst, das in diesem Roman eher als Kulisse dient und kaum an Tiefe gewinnt. Vielleicht will das Buch das aber auch gar nicht leisten, denn es geht hier weniger um historische Genauigkeit als um Tibbs Stimme und ihre Geschichte. Wer cozy mag, mit Leichtigkeit statt Schwere, dabei aber trotzdem gern in einer historischen Epoche unterwegs ist, findet hier definitiv etwas anderes als den klassischen historischen Roman.
Da ich generell ein Faible für diese Epoche habe, kamen mir sofort die Cromwell-Romane von Hilary Mantel in den Sinn, aber tatsächlich hat dieses Buch damit fast nichts gemein. Pike schlägt einen ganz anderen Ton an, fast schon cozy, mit traurigen Momenten zwischendurch, die aber nie lange bestehen bleiben dürfen, weil im nächsten Absatz schon wieder der Humor übernimmt. Genau diese Mischung war für mich nicht durchgehend mein Fall, mir persönlich hätte es gutgetan, wenn das Buch sich seine ernsten Passagen öfter mal hätte stehen lassen.
Auf über 400 Seiten bleibt Pike konsequent bei ihrem gewählten Stil, erzählt aus der Perspektive der ungebildeten Tibb, die nie eine Schule von innen gesehen hat, und genau dieser schnoddrige, direkte Ton trägt die ganze Geschichte. Das ist konsequent gemacht, wurde mir über die Länge aber irgendwann auch ein Stück weit zu gleichförmig. Die Nebenfiguren, denen Tibb unterwegs begegnet, fand ich interessant, jede von ihnen bringt einen eigenen kleinen Farbtupfer in die Geschichte.
Etwas vermisst habe ich das Tudor-England selbst, das in diesem Roman eher als Kulisse dient und kaum an Tiefe gewinnt. Vielleicht will das Buch das aber auch gar nicht leisten, denn es geht hier weniger um historische Genauigkeit als um Tibbs Stimme und ihre Geschichte. Wer cozy mag, mit Leichtigkeit statt Schwere, dabei aber trotzdem gern in einer historischen Epoche unterwegs ist, findet hier definitiv etwas anderes als den klassischen historischen Roman.