Das leise Klopfen der Erinnerungen

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xirxe Avatar

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Helen hat Mann und Sohn verloren und lebt in einer Art stiller Warteschleife auf den Tod zwischen Erinnerungen, Tee und Fernsehen. Als sie nachts ein weggeworfenes Aquarium entdeckt, in dem sich ein Spielzeug aus der Kindheit ihres Sohnes befindet, bricht etwas auf: Zum ersten Mal seit Jahren hält sie eine physische Erinnerung in den Händen. Der Müll wird zum Schatz, der Taucher zum Anker, und die Frage steht im Raum, ob wirklich alles vorbei ist – oder ob sich unter der Oberfläche noch etwas bewegt. Am Ende hört sie ein leises Klopfen aus dem Erdgeschoss. Etwas ist da. Und es will rein.

Es ist wunderschön zu lesen, in einer ruhigen, klaren Sprache, poetisch ohne Kitsch. Helen ist zudem eine der glaubwürdigsten literarischen alten Frauen, über die ich seit Langem gelesen habe. Gut gewählt ist das Motiv „Müll als Erinnerungsspeicher“: philosophisch hübsch und bitter zugleich.
Eine extrem entschleunigte Geschichte mit viel Innenleben und wenig Handlung.

Und das Cover? Herzallerliebst 😉