Bewegender Wohlfühlroman
Aufmerksam geworden war ich auf dieses Buch zugegebenermaßen durch das für meinen Geschmack wirklich entzückende und sehr sehr ansprechend gestaltete Cover. Sein Übriges hatte dann nochmal der interessant klingende Klappentext getan, so dass ziemlich schnell klar war, dass ich dieses Buch lesen muss! Und ich wurde nicht enttäuscht. Voraus gesagt werden muss, dass ich ein ganz großer Tierfan bin, die emotionale enge Bindung zwischen Mensch und Tier ist für mich etwas ganz Besonderes, das im Mittelpunkt meines Lebens steht, wobei sich diese Beziehung bei mir bisher auf Mensch und Hund konzentriert. Im Roman "Eine Maus namens Merlin" von Simon van Booy steht, wie der Titel schon sagt nun aber eine Maus im Vordergrund, bzw. die 80jährige Helen Cartwright, die nach langen Jahren in Australien in ihre Heimat England zurückkehrt und dort sehr zurück gezogen, ja leider auch einsam lebt und eigentlich nichts mehr vom Leben erwartet. In den frühen Morgenstunden, wenn andere noch schlafen, stromert die alte Frau durch die Nachbarschaft und rettet aus Sperrmüllfunden vermeintliche Schätze. So bringt sie eines Morgens unabsichtlich in einem Karton eine kleine Maus mit in ihr Haus. Anfangs will sie diese wieder möglichst schnell loswerden, doch nach und nach entwickelt sich zwischen Helen und Merlin, so tauft die Alte das Tierchen, eine wirklich rührende Beziehung. Dies führt nicht nur zu einem neuen Lebensinhalt für Helen, sondern daraus resultiert auch, dass die Seniorin über ihren Schatten springt und Beziehungen zu anderen Menschen knüpft, ja sogar Bekanntschaften und Freundschaften schließt, sich für Neues öffnet. Man kann diese Entwicklung quasi sogar als zweite Chance in einem wirklich späten Lebensalter bezeichnen, die bestimmt nicht alltäglich oder an der Tagesordnung ist. Simon van Booy erzählt uns diese Geschichte in einem sehr flüssigen angenehmen Schreibstil, der mich sofort in die Handlung einsteigen ließ. Der gemächliche ruhige Ton passt hervorragend zum Thema. Mich hat die Story wirklich extrem bewegt, die Protagonistin war mir von Beginn an ans Herz gewachsen. Von mir gibt es hierfür auf jeden Fall die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!