Ein herzerwärmender Roman

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mrsamy Avatar

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Helen ist zurückgekehrt. Nach einem langen Leben in Australien hat sie mit nun 83 Jahren keinerlei Erwartungen mehr. Ihr Mann Len und ihr Sohn David sind weit weg und sie ist zurück in England, wohnt in einem kleinen Cottage und wartet im Grunde genommen darauf, endlich von dieser Welt verschwinden zu können. Doch dann tritt eine kleine Maus in ihr Leben. Erst will Helen sie unbedingt wieder loswerden, hängt aber schnell und unfreiwillig ihr Herz an dieses kleine Geschöpf. Die Herausforderungen, die ihr diese neue Situation stellt, zwingen sie plötzlich, wieder mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und bekommt auch ihr Leben wieder eine zweite Chance.

„Eine Maus namens Merlin“ ist ein ganz wunderbarer Roman des Schriftstellers Simon Van Booy, das ich kaum mehr aus der Hand legen konnte. Das Buch besteht aus einzelnen Wochentagen die nochmals in kleinere Kapitel unterteilt sind. Die Längen sind sehr angenehm und schnell hat mein ein Kapitel nach dem anderen gelesen. Über Helen Cartwright erfährt man zu Anfang recht wenig. Die einzelnen Kapitel geben vor allem Einblick in ihren Alltag und man hat das Gefühl, diesen wirklich mit ihr zu erleben. Ihre Tage sind sehr strukturiert, wenn auch wahnsinnig einsam. Sie schaut unheimlich viel fernsehen und hört Radio. Eigentlich sind es diese beiden einzigen Dinge, die sie durch den Tag tragen. Doch dann tritt eine Maus – die sie später Merlin nennen wird – in ihr Leben und Veränderungen beginnen. Der Name der Maus ist aus meiner Sicht sehr schlau gewählt, denn wie der Zauberer Merlin, so zaubert auch dieses kleine Geschöpf. Es bringt wieder Farbe und Abwechslung in Helens Leben. Sie kann nicht mehr einfach sterben, sie muss sich um Merlin kümmern, da er ja, das liegt für Helen auf der Hand, schutzlos ohne sie ist. Über Helens bisheriges Leben erfährt man über das gesamte Buch hinweg immer mehr und ich muss sagen, dass es dem Autor hier immer wieder gelungen ist, mich absolut zu überraschen. Die auftretenden Charaktere im Buch sind nachvollziehbar gestaltet, wenn natürlich auch ein bisschen überzeichnet. Es ist ein auf ganzer Linie ein Wohlfühlbuch und Seelentröster. Für mich ein großartiges Leseerlebnis, dass ich jeden nur ans Herz legen kann.