Eine etwas unrealistische Geschichte - mit Humor und Wärme verpackt.
Dieses Duo, eine 83-jährige Witwe und ein zufällig im Haus entdeckter Mäuserich im hereingebrachten Sperrmüll, sie sind ungleiche Figuren in einer ruhigen Geschichte über gesellschaftsrelevante Themen wie Alterseinsamkeit, Langeweile und fest gefahrenen Routinen im Alltag. Der Schreibstil betont durch wiederholt detaillierte Szenenbeschreibungen wie Tee- u. Toastzubereitung oder das minutiös aufgeführte Radio-und Fernsehprogramm die tägliche Tristesse mit vielen Momenten der Überdehnung. Wie jedoch über den Verlauf von zwei Wochen aus dem ersten Impuls heraus, nämlich das Verschwinden der Maus zu bewerkstelligen, langsam aus dessen Ablehnung eine Duldung bis zur Zuneigung zu dem kleinen Tier erwächst, ist einfühlsam beschrieben. Eigentlich wandelt sich Helens einziger Wunsch, schnell und unspektakulär zu sterben, aufgrund dieser Begegnung mit Merlin in den unerwarteten Grund, doch zu leben. Allein diese Namensgebung für die Maus in der deutschen Übersetzung, der Name eines bekannten Barden, Sehers und Zauberers aus dem Artuszyklus, betont die zauberhafte, plötzliche Wendung in Helens zweitem Leben. Über ihre kleinen Begegnungen z. B. in Bibliothek, Metall- und Eisenhandel oder Krankenhaus entstehen zwar tröstliche soziale Kontakte, die aber teils unrealistisch bzw. überzogen wirken.
Insgesamt ein gut gemeintes Wohlfühlbuch, etwas fern der Realität!
Insgesamt ein gut gemeintes Wohlfühlbuch, etwas fern der Realität!