Federleichte Geschichte über Einsamkeit und Hoffnung, wo man sie nicht erwartet
Helen Cartwright kehrt nach 60 Jahren in Australien zurück in ihren Heimatort, eine kleine Stadt irgendwo in der Nähe von Oxford. Helen ist allein, doch sie funktioniert, steht morgens auf, macht sich Toast und Tee, geht Einkaufen, Spazieren und mag ein heißes Bad. So nach und nach wird enthüllt, dass sie Mann und Sohn verloren hat und darin letztlich auch ihren Lebenswillen. Den gleichförmigen Alltag absolviert sie quasi und er ist so monoton wie Helen antriebslos. Das zeigt sich sowohl in den Tiefkühlpasteten, die sie zu sich nimmt, als auch im verwilderten Garten, den sie nur betritt, wenn sie sich kurz in den Wind auf der Terrasse stellt, um das darauf folgende heiße Bad mehr genießen zu können.
Simon Van Booy schreibt über all die Schwere von Helens Schicksal in federleichten, hoffnungsfrohen Sätzen. Dabei spart er nicht mit symbolischen Lichtblicken, wie der senfgelben Haustür oder den Pantoffeln in Schottenkaro. Helens Leben ändert sich unerwartet als eines Tages Merlin wie „Ein Schiffbrüchiger in der Westminster Crescent.“ (S. 54) in ihr Leben tritt. Erst da realisiert Helen ihren eigenen Schiffbruch, der sie letztlich wieder zurück in die englische Heimat gespült hat. Plötzlich hat sie wieder eine Aufgabe, jemand braucht sie. Ehe sich Helen versieht, füllt sich ihr Leben mit den verschiedensten Menschen. Sie lernt den Ladenbesitzer Cecil kennen, dessen „Einsamkeit, über die er nicht redet“ (S. 159) der ihren so ähnlich scheint. Dann sind da noch die Bibliothekarin und ihr Sohn Dominic, die Helen dabei helfen, mehr über das Leben von Nagetieren herauszufinden. Oder Dr. Jamal, Herzchirurg am örtlichen Krankenhaus und Helens Komplize als es darum geht, Merlins Leben zu retten. Und plötzlich braucht Helen keinen Fernseher mehr, um die Stille zu füllen.
All das könnte kitschig sein, aber das ist es nicht. Simon Van Booy serviert leicht und in mundgerechten Häppchen, eine Geschichte über Hoffnung und das es sie selbst dann noch gibt, wenn man denkt, man sei bereits am Ende angekommen.
(Ich hatte die Gelegenheit ein Vorabexemplar zu lesen. Ab Kapitel 23 taucht zu ersten Mal der Name Sipsworth auf, der Name der Maus im englischen Original. Das passiert ab da noch ein paar Mal, manchmal auch abgekürzt als „Sips“. Also habe ich recherchiert, wie der Name dort im Gegensatz zur deutschen Version hergeleitet wird, wo Helen Merlin seinen Namen gibt, weil er „wie durch Zauberhand“ in ihr Leben kam – und dort ja auch eine nahezu magische Veränderung bewirkt hat. Im englischen wird der Name so erklärt: Helen beobachtet ihn, wie er in ganz kleinen zarten Schlucken trinkt. Sip ist gleich Schluck und worth ein im Englischen früher üblicher Namens-Anhang, der ein bisschen aristokratisch klingt. Das erklärt zudem, warum Cecil auch in der deutschen Version die Maus manchmal „seine Lordschaft“ nennt.)
Simon Van Booy schreibt über all die Schwere von Helens Schicksal in federleichten, hoffnungsfrohen Sätzen. Dabei spart er nicht mit symbolischen Lichtblicken, wie der senfgelben Haustür oder den Pantoffeln in Schottenkaro. Helens Leben ändert sich unerwartet als eines Tages Merlin wie „Ein Schiffbrüchiger in der Westminster Crescent.“ (S. 54) in ihr Leben tritt. Erst da realisiert Helen ihren eigenen Schiffbruch, der sie letztlich wieder zurück in die englische Heimat gespült hat. Plötzlich hat sie wieder eine Aufgabe, jemand braucht sie. Ehe sich Helen versieht, füllt sich ihr Leben mit den verschiedensten Menschen. Sie lernt den Ladenbesitzer Cecil kennen, dessen „Einsamkeit, über die er nicht redet“ (S. 159) der ihren so ähnlich scheint. Dann sind da noch die Bibliothekarin und ihr Sohn Dominic, die Helen dabei helfen, mehr über das Leben von Nagetieren herauszufinden. Oder Dr. Jamal, Herzchirurg am örtlichen Krankenhaus und Helens Komplize als es darum geht, Merlins Leben zu retten. Und plötzlich braucht Helen keinen Fernseher mehr, um die Stille zu füllen.
All das könnte kitschig sein, aber das ist es nicht. Simon Van Booy serviert leicht und in mundgerechten Häppchen, eine Geschichte über Hoffnung und das es sie selbst dann noch gibt, wenn man denkt, man sei bereits am Ende angekommen.
(Ich hatte die Gelegenheit ein Vorabexemplar zu lesen. Ab Kapitel 23 taucht zu ersten Mal der Name Sipsworth auf, der Name der Maus im englischen Original. Das passiert ab da noch ein paar Mal, manchmal auch abgekürzt als „Sips“. Also habe ich recherchiert, wie der Name dort im Gegensatz zur deutschen Version hergeleitet wird, wo Helen Merlin seinen Namen gibt, weil er „wie durch Zauberhand“ in ihr Leben kam – und dort ja auch eine nahezu magische Veränderung bewirkt hat. Im englischen wird der Name so erklärt: Helen beobachtet ihn, wie er in ganz kleinen zarten Schlucken trinkt. Sip ist gleich Schluck und worth ein im Englischen früher üblicher Namens-Anhang, der ein bisschen aristokratisch klingt. Das erklärt zudem, warum Cecil auch in der deutschen Version die Maus manchmal „seine Lordschaft“ nennt.)