Herzerwärmend

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Hach, dieses Buch ist für mich die Definition eines Wohlfühlbuches. Eine Mischung aus leiser Melancholie und stiller Hoffnung, die mir wunderbare Lesestunden bereitet hat. Es erzählt von Einsamkeit, Verlust, kleinen Neuanfängen und davon, wie selbst die unscheinbarsten Begegnungen ein Leben wieder wärmer machen können.

Es gibt ja Menschen, die sich vor Mäusen ekeln. Ich für meinen Teil habe seit meiner Entscheidung, kein Fleisch mehr zu essen, eine große Liebe für Tiere entwickelt. Ok, nicht für alle, Fliegen, Mücken und Spinnen gehören nicht dazu. Aber gerade deshalb konnte ich dieses Buch so gut nachvollziehen und mich gut in diese besondere Freundschaft hineinfühlen.

Im Mittelpunkt steht Helen Cartwright. Sie ist über achtzig, Witwe und lebt sehr zurückgezogen. Nach vielen Jahren in Australien kehrt sie in den kleinen Ort bei Oxford zurück, in dem sie geboren wurde. Dort kauft sie ein kleines Haus mit einer senfgelben Tür und richtet sich ein Leben ein, das eigentlich kaum noch Leben ist. Jeder Tag sieht aus wie der davor. Fernsehen, allein sein, Erinnerungen vermeiden. Alles wirkt ein wenig so, als würde sie einfach nur noch auf das Ende warten.

Dann taucht plötzlich eine kleine Maus in ihrem Haus auf.

Eigentlich möchte Helen sie loswerden. Sie kauft Fallen, informiert sich in der Bibliothek und versucht, das Problem zu lösen. Doch während sie sich mit der Maus beschäftigt, passiert etwas ganz Unerwartetes. Sie kommt wieder mit Menschen ins Gespräch. Im Tierladen, in der Bücherei, in der Nachbarschaft. Und ganz langsam verändert sich etwas in ihr.

Die Maus bekommt einen Namen. Merlin. „Du bringst das Beste in den Menschen zum Vorschein.“

Was mich beim Lesen besonders berührt hat, ist diese Veränderung in ihr. Nichts passiert plötzlich oder übertrieben. Es sind kleine Schritte. Ein Gespräch. Eine Sorge um das kleine Tier. Ein Moment, in dem Helen merkt, dass sie vielleicht doch noch gebraucht wird.

Das ist so ein Buch, das man einfach jedem in die Hand drücken möchte. Dem Freund, der Kollegin oder auch den Großeltern. Eine Geschichte, die viele Menschen verstehen und fühlen können.
Große Empfehlung!