Herzerwärmend

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Eine Maus namens Merlin ist eine wahnsinnig herzerwärmende, schöne und an vielen Stellen auch sehr witzige Geschichte.

Helen, unsere 83-jährige Protagonistin, die ihre Tage scheinbar damit zubringt möglichst allen Menschen aus dem Weg zu gehen und auf den Tod zu warten, entdeckt in einer Müllkiste, welche sie selbst von der Straße reingebracht hat, eine Maus. Zunächst versucht sie sie auf mehrere Arten loszuwerden (in den Garten setzen, Fallen aufstellen, das Tierheim informieren), aber nichts will so richtig gelingen und jede dieser Möglichkeiten zeigt Helen, wie herzlos dieser Weg eigentlich wäre. Schritt für Schritt arbeitet sich die kleine Maus in Helens Herz vor und sorgt dafür, das sie nach und nach mit verschiedensten Menschen in ihrem kleinen Städtchen Kontakt aufnimmt oder aufnehmen muss und auch diesen gegenüber ihr Herz öffnet.

Der Roman liest sich sehr leicht, es gibt keine unnötigen Längen und die emotionale Mischung zwischen Nachdenklichkeit, Humor und etwas Überspitzheit der Situation ist wunderbar gelungen. Helen als Charakter gefällt mir wahnsinnig gut. Sie hat eine interessante Lebensgeschichte, die erwähnt wird, aber nicht die Hauptrolle spielt und sie reflektiert sich und ihr früheres Verhalten.
Insgesamt sind die Charaktere im Roman schön getroffen und besonders die Tatsache, dass alle gut sind, hat mir beim Lesen ein tolles Gefühl vermittelt.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der, wenn auch nur ab und zu, Weltscherz verspürt und eine Feel-good-Story benötigt.