Herzerwärmend

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chrischid Avatar

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Nach sechs Jahrzehnten kehrt Helen in ihren Geburtsort zurück und wartet darauf, dass ihr Leben endet und sie endlich wieder mit ihren Lieben vereint sein kann. Ihre Tage verlaufen monoton, vor allem aber verbringt sie sie freiwillig und gerne allein. Als plötzlich eine kleine Maus in ihr Leben tritt, überlegt Helen fieberhaft, wie sie den unerwünschten Eindringling wieder loswerden kann. Dabei wurde bereits beim ersten Kontakt eine Veränderung angestoßen, die ihren ganz eigenen Verlaufsvorstellungen unterliegt …

Allein der Titel und das Cover sind schon derlei herzerwärmend, ohne auch nur ein Wort gelesen zu haben, als dass man sogleich bereit ist, sich dem Werk hinzugeben. Obgleich Helen keinerlei Beziehung zu Nachbarn oder anderen Mitmenschen aufbauen möchte, erhält man einen recht umfassenden Einblick in ihre Gedankenwelt. Sicherlich zunächst nur bruchstückhaft, aber im weiteren Verlauf entwickelt sich ein teilweise erwartetes, teilweise aber auch sehr überraschendes Gesamtbild.

Simon Van Booy erzählt mit einer solchen Leichtigkeit, dass man sich zeitweise sogar wie entrückt fühlt. Gespickt mit zahlreichen Anekdoten aus dem Leben der Hauptprotagonistin werden eine Vielzahl an Themen behandelt. Dabei findet keinerlei Gewichtung statt, ganz gleich ob es sich um ernsthafte und belastende oder eher behagliche Aspekte handelt. Jedes einzelne Element ist wertvoll und relevant, und lässt den Leser ein ums andere Mal kurz innehalten und schmunzeln.

Nicht nur einzelne Szenen, sondern das gesamte Konstrukt strahlt von innen, auch wenn Helen von Zeit zu Zeit ziemlich grummelig daherkommt. Je weiter das Geschehen voranschreitet, desto stärker wird der Wunsch, die Geschichte käme niemals zu einem Ende. Aber wer weiß, vielleicht geschieht dies ja sogar, schließlich ist vieles möglich und der Kraft der Gedanken ist sowieso keine Grenze gesetzt.

„Eine Maus namens Merlin“ nimmt den Leser gefangen. Ein wunderbar empathischer und entschleunigender Roman, der allerlei Botschaften zu übermitteln hat, ohne dabei überladen zu wirken. Eine ganz zauberhafte Grundidee, grandios umgesetzt, eine absolute Empfehlung.