Liebenswert

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regenprinz Avatar

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Diese Geschichte habe ich wirklich gern gelesen, weil sie so viel positive Lebendigkeit ausstrahlt! Helen Cartwright ist mit ihren 83 Jahren von Beginn an eine sehr interessante Hauptfigur, auch wenn es ein bisschen dauert, bis man Konkretes über ihre Vergangenheit erfährt. Im Verlauf der Handlung bröckelt dann ihr Drang zur Abschottung, was vor allem der kleinen Maus zu verdanken ist, die unerwartet bei Helen einzieht und ihren Alltag komplett durcheinanderbringt. Aber teils vollzieht Helen die Wendung auch selbst. Indem sie anfängt, sich gut um Merlin zu kümmern, kümmert sie sich in gewisser Weise auch neu um sich selbst. Angefangen bei den Dingen, die sie einkauft, oder Kleidung, die sie aus dem Schrank holt, zelebriert sie wichtige Erinnerungen. Dank Merlins Zutraulichkeit verbringen die beiden bald innige Stunden vor dem Fernseher oder mit Musik aus dem Radio.

Die Bilder, die beim Lesen im Kopf entstehen, sind zauberhaft und rührend, manchmal aber auch lustig. Über die Episode mit Helens Pantoffeln habe ich laut gelacht! Großartig fand ich auch Helens Art, mit der Welt oder fremden Menschen umzugehen. Trotz ihrer teils ruppig geführten Telefonate entwickeln sich einige Begegnungen auf ganz besondere Weise.

Ja, der Roman mag vielleicht unrealistisch sein, aber ich fand die Geschichte wunderschön. Und ich hätte absolut nichts dagegen, wenn die Realität sich so verändern würde, dass sie der Welt im Roman näherkommt. Dass es nie zu spät ist, etwas zu ändern oder sich neu zu entscheiden, dafür ist Helen Cartwright der beste Beweis.