Von Mäusen und Menschen

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mausfrosch Avatar

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Nachdem sie ihr ganzes Erwachsenenleben in Australien verbracht hat, ist Helen vor ein paar Jahren in ihren englischen Geburtsort zurückkehrt. Infolge schwerer Schicksalsschläge hat die alte Dame mit dem Leben abgeschlossen und verschließt sich jeglichen Sozialkontakten.
Bis eines Tages ein ungeplanter kleiner Mitbewohner den trostlosen Alltag zwischen kargen Mahlzeiten und öden Stunden vor dem Fernseher völlig durcheinanderwirbelt. Helen versucht zuerst, die Maus wieder loszuwerden, und bekommt es im Zuge dessen unfreiwillig mit einigen anderen Bewohnern des Ortes zutun. Was daraus entsteht, ist eine zauberhafte kleine Geschichte, die zu Herzen geht, ohne kitschig zu wirken.

Das Buch hat mich berührt – zum einen kann ich nachvollziehen, wie die Beziehung zu einem Tier, und wenn es „nur“ ein kleines Mäuschen ist, das Leben verändert. Zum anderen arbeite ich mit alten Menschen und habe schon öfter erlebt, wie diese nach Phasen der Trauer und Lebensmüdigkeit doch wieder Momente der Freude zulassen.
Dem Autor ist es gelungen, Helens Situation lebensnah und gut vorstellbar zu schildern. Sie ist eine glaubwürdige Hauptfigur, deren Gedankengänge gut nachvollziehbar sind. Auch ihr leiser Humor macht die betagte Frau liebenswert. Und der kleine Merlin ist, wie schon auf dem goldigen Cover, ein echter Sympathieträger. Auch die verschiedenen Nebencharaktere tragen zum Reiz der Geschichte bei.
Es ist, trotz kleiner Längen zwischendurch, ein schönes Buch, das ich gern weiterempfehlen werde.