Ungewöhnliche Freundschaft mit Herz und Humor

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ekiam Avatar

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Edgar, ein achtjähriger Junge, der während seiner Ferien allein zu Hause ist, freundet sich schnell mit der neuen Nachbarin, Frau Koschitz, an. Beide sind auf sympathische Weise schrullig und dabei absolut gegensätzlich. Hier wirkt es ein wenig wie eine verkehrte Welt: Edgar ist für sein Alter übermäßig vernünftig, trägt täglich Krawatte, ernährt sich gesund und ist ziemlich ängstlich. Frau Koschitz dagegen kennt keine Angst, ist laut, farbenfroh und macht sich gern einen Salat aus Gummibärchen.

Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, und durch Frau Koschitz wird Edgar wieder mehr zum Kind. Außerdem bekommt er endlich eine Oma, wie er sie sich immer gewünscht hat: einen Superkumpel, mit dem man tolle „Premium-Sachen“ erleben kann.

Eine Oma für alle Fälle ist ein humorvolles Buch über eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen zwei Generationen. Auf warmherzige Weise wird Kindern vermittelt, dass Anderssein in Ordnung ist und Freundschaft trotz aller Gegensätze möglich sein kann.

Die einzelnen Kapitel erzählen jeweils eine abgeschlossene Geschichte und eignen sich perfekt zum Vorlesen. Der Schreibstil ist altersgerecht, geprägt von einfach formulierten, kurzen Sätzen und einer lebendigen Sprache. Immer wieder lockern farbenfrohe Illustrationen den Text auf und ergänzen die Geschichte anschaulich.

Etwas gestört hat mich während des Lesens jedoch, dass Edgar Frau Koschitz zunächst ohne das Wissen seiner Eltern trifft. Er weiß eigentlich, dass er nicht zu Fremden in die Wohnung gehen soll, tut es aber tagelang trotzdem. Erst gegen Ende der Geschichte erzählt er seinen Eltern von seiner neuen Freundin. Diese lernen Frau Koschitz schließlich kennen, nachdem sie zunächst ziemlich wütend sind. Hier hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht – insbesondere einen früheren Zeitpunkt, um dieses Thema aufzugreifen und aufzulösen.