Geschickt konstruiert, perfekt inszeniert

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magnolia-sieben Avatar

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Dass „eine zu viel“ ist, verrät schon der Titel, darüber hinaus schimmert irgendwann durch, wer dies denn sein könnte und auch das Warum meint man zu wissen. Zum Schluss jedoch wird man eines Besseren belehrt, denn diese Geschichte, die mit dem Tod des Familienvaters Ray seinen Anfang nimmt, lässt sich lange nicht greifen.

Wie gesagt: Ray ist tot. Connie, seine Ehefrau und Mutter von Kate, Darby und Bea, kennt bereits den Inhalt seines Testaments, das ein lange gehütetes Geheimnis offenbart. Um es ihren Töchtern so schonend wie möglich beizubringen, bittet sie alle mitsamt ihren Partnern und Kindern in ihre Lodge, die sie alle die ganzen Jahre als Feriendomizil genutzt haben. Sie zögert das nicht aufschiebbare Gespräch hinaus, wohl wissend, dass die Wahrheit eine ungeheure Sprengkraft in sich birgt.

Es ist mein erstes Buch der Autorin, mein letztes wird es bestimmt nicht sein. Sie versteht es, die unterschwellige Spannung mit nicht vorhersehbaren Wendungen und immer neu hinzukommenden Fakten durchgehend zu halten. Schon allein dadurch ist es unmöglich, das Buch zur Seite zu legen, es treibt einen unweigerlich weiter. Man meint, zu begreifen, was es mit den einzelnen Personen auf sich hat, erfährt dann ein weiteres, entscheidendes Detail und weiß, dass man nichts weiß.

Jede einzelne Person ist mehr, als es zunächst den Anschein hat. Samantha Hayes präsentiert sie und ihr Miteinander, geht tiefer, ihre Charaktereigenschaften treten hervor, sie zeigt Verbindungen auf, die man so nie erwartet hätte. Dabei mag man die einen, andere dagegen verurteilt man. Die Autorin versteht es, mit den Emotionen zu spielen, sie geschickt in eine Richtung zu lenken. Und sie geht weit zurück. Man nimmt das Vergangene wahr, ohne die wirklichen Zusammenhänge ganz zu erfassen.

„Eine zu viel“ ist ein temporeicher Thriller mit nicht vorhersehbaren Twists, die Brisantes offenbaren und erst dann, dem bitteren Ende zu, die ganze Dramatik einer Familie aufzeigen - komplex, spannend, fesselnd, mitreißend, geheimnisumwittert, undurchsichtig, dubios, böse. Was für ein Buch!