Gewalt, die Wellen schlägt wie ein Stein im Wasser

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la tina Avatar

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Der Patriarch ist tot. Im Ferienhaus der Familie plant die Witwe Connie bei einem gemeinsamen Treffen mit ihren Töchtern mitsamt Partnern und Enkelkindern, diese über das Testament ihres Mannes zu informieren. Ein letzter Wille, der sie dazu zwingt, ein fürchterliches Geheimnis zu offenbaren. Nur ist Connie nicht die einzige, die ein schwerwiegendes Geheimnis mit zum Familientreffen bringt. Und manche Geheimnisse enden tödlich.
Die Autorin spielt zunächst mit mehreren Andeutungen, die zwar subtil, dennoch erkennbar auf Connies Geheimnis hinweisen. Eine später eingeschobene Rückblende, gekonnt platziert, schildert die Hintergründe des Geheimnisses aus Connies Perspektive, ohne jedoch zu früh zuviel zu verraten. Insgesamt werden die Personen so dargestellt, dass der erste Eindruck nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen muss, sich Gewalt hinter Charme verbirgt, Unsicherheit hinter Härte, Leid hinter Stärke. Positiv ist zudem, dass die Perspektiven sich abwechseln, das macht das Miträtseln etwas angenehmer.
Die Andeutungen und Wendungen sind für meinen Geschmack gut gewählt, so dass einige Vermutungen sich bewahrheiten, während andere sich als Irrtum herausstellen können. Bei manchen Personen fand ich die Charakterentwicklung recht gut gelungen, einige konnten mich sogar überraschen, während andere Personen leider etwas blass blieben. Ja okay, und gewisse Probleme hätten in dem Ausmaß vermieden werden können, hätten die Personen rechtzeitig miteinander kommuniziert. Am bewegendsten ist allerdings, wie männliche Gewalt hier seine Wellen schlagen kann bis in die Folgegeneration und wie das Ganze mit dem Treffen im Ferienhaus in einem tödlichen Höhepunkt mündet.