Solide Familiengeheimnisse

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Das Buch "Eine zu viel" beginnt sehr spannend und weckt schnell Neugier. Die irgendwie beklemmende Atmosphäre und die angedeuteten Geheimnisse innerhalb der Familie sorgen dafür, dass man wissen möchte, was wirklich hinter den Ereignissen steckt. Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich flüssig lesen, sodass man leicht in die Geschichte eintaucht.

Im weiteren Verlauf konnte mich das Buch jedoch nicht vollständig fesseln. Die Handlung konzentriert sich stark auf die Beziehungen und Konflikte innerhalb der Familie, während die eigentliche Spannung eher im Hintergrund bleibt. Durch die Vielzahl an Figuren und Erzählperspektiven wirkte die Geschichte stellenweise etwas unübersichtlich, sodass ich beim Lesen oft den Überblick verlor und mir eine Tabelle angelegt habe, um die Übersicht nicht zu verlieren.

Die Autorin versteht es, Emotionen glaubwürdig darzustellen und die Familiengeschichte mit vielen Facetten zu erzählen. Für meinen Geschmack fehlten jedoch die überraschenden Wendungen und die durchgehende Spannung, die ich von einem Thriller erwarte. Ich hatte immer das Gefühl, dass es einen Schritt vor und sofort wieder zwei Schritte zurück ging. Es wurden bestimmte inhaltlich immer und immer wieder durchgekaut.

Am Ende bleibt für mich ein solide erzählter Roman mit vielen Familienge-heimnissen zurück, der eher als Familiendrama mit Spannungselementen funktioniert als als klassischer Thriller. Wer auf Familiendramen steht, ist mit diesem Buch bestens bedient.