Spannender Psychothriller mit kleinen Schwächen zum Schluss

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jana1406 Avatar

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Eine zu viel. Manche Geheimnisse sterben nicht. von Samantha Hayes ist ein Psychothriller, der mich von Beginn an gefesselt hat. Bereits das Cover vermittelt eine düstere und geheimnisvolle Stimmung und passt damit hervorragend zum Inhalt. Die Geschichte lebt von verborgenen Wahrheiten, familiären Konflikten und der Frage, wie sehr die Vergangenheit das Leben der Gegenwart beeinflussen kann. Ohne zu viel vorwegzunehmen, entwickelt sich die Handlung Schritt für Schritt zu einem komplexen Netz aus Geheimnissen und Täuschungen.

Der Schreibstil von Samantha Hayes ist flüssig und angenehm zu lesen. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen dafür, dass die Spannung fast durchgehend hoch bleibt. Immer wieder streut die Autorin neue Hinweise ein, sodass man als Leser ständig versucht, die Zusammenhänge zu entschlüsseln. Gerade dieser psychologische Aspekt hat mir besonders gut gefallen, denn die Geschichte lebt weniger von Action als von der Unsicherheit darüber, wem man eigentlich vertrauen kann.

Auch die Figuren wirken überwiegend glaubwürdig und vielschichtig. Ihre Entscheidungen sind meist nachvollziehbar und ihre Vergangenheit beeinflusst ihr Handeln auf überzeugende Weise. Dadurch fällt es leicht, mit den Charakteren mitzufiebern und eigene Vermutungen anzustellen.

Im letzten Drittel zeigte das Buch für mich jedoch einige Schwächen. Ab einem bestimmten Punkt war das Ende recht vorhersehbar, sodass die große Überraschung ausblieb. Zudem wirkte die Auflösung stellenweise etwas konstruiert. Vor allem die Vorstellung, dass über einen so langen Zeitraum niemand bemerkt haben soll, welche der beiden Zwillingsschwestern tatsächlich überlebt hat, erschien mir wenig glaubwürdig. Dadurch verlor das Finale etwas von seiner Wirkung, obwohl die Spannung bis dahin sehr gut aufgebaut worden war.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mir der Thriller insgesamt gut gefallen. Samantha Hayes versteht es, eine dichte Atmosphäre zu schaffen und ihre Leser mit immer neuen Fragen an die Geschichte zu fesseln. Wer Psychothriller mit familiären Geheimnissen, psychologischer Spannung und vielen Wendungen mag, wird hier gut unterhalten.

Fazit: Eine zu viel. Manche Geheimnisse sterben nicht. ist ein packender Psychothriller mit einer starken Grundidee, überzeugendem Spannungsaufbau und interessanten Figuren. Das vorhersehbare und etwas unrealistische Ende kostet zwar einen Stern, insgesamt bleibt aber ein lesenswerter Thriller, den ich mit 4 von 5 Sternen empfehle.