Toller Thriller!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
söphken Avatar

Von

„Eine zu viel“ hat mich wirklich sofort reingezogen. Ich hatte eigentlich nur kurz anfangen wollen zu lesen und bin dann viel länger hängen geblieben als geplant, weil diese unterschwellige Spannung von Anfang an da ist und einfach nicht mehr loslässt.

Ich mochte besonders, wie nah mir die Figuren gekommen sind, auch wenn man ihnen nie ganz trauen kann. Dieses ständige Gefühl, dass etwas nicht stimmt oder nicht gesagt wird, hat mich beim Lesen richtig begleitet. Es ist kein Thriller, der nur über schnelle Wendungen funktioniert, sondern eher über diese dauernde innere Unruhe, die sich Stück für Stück aufbaut.

Gleichzeitig hat mich die Geschichte auch auf einer anderen Ebene beschäftigt. Die Dynamiken zwischen den Figuren, besonders zwischen den Frauen, haben bei mir immer wieder Gedanken ausgelöst. Vieles wirkt subtil, aber genau darin steckt für mich auch eine klare feministische Perspektive. Es geht um Rollen, Erwartungen und darum, wie schnell Frauen in bestimmte Bilder gedrängt werden, aus denen sie schwer wieder rauskommen.

Auch sprachlich fand ich das Buch sehr angenehm zu lesen. Klar, flüssig und trotzdem atmosphärisch dicht. Ich hatte oft das Gefühl, dass jede Szene genau richtig gesetzt ist und nichts unnötig wirkt, sondern alles diese beklemmende Stimmung trägt.