Ein Leben für die Literatur

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Klaus Willebrand hat in den letzten 20 Jahren seines Lebens in Köln ein Antiquariat geführt, dort hat er Daria Razumovych kennengelernt. Die Digitalberaterin überredete ihn zu einem Social-Media-Auftritt des Antiquariats, der ein großer Erfolg wurde. Daraus entstand die Idee zu diesem Buch, dessen Erscheinen Willbrand nicht mehr erleben durfte. Er starb Anfang 2025 mit 83 Jahren.

Dieses Buch ist das Vermächtnis eines literaturbegeisterten, vor kreativen Ideen sprühenden Mannes. Er erzählt darin, wie er zum Lesen kam - eine unglaublich spannende Geschichte aus der direkten Nachkriegszeit - und wie er sein gesamtes Leben der Verbreitung von Literatur gewidmet hat. Dazu gehörten viele Neuanfänge und auch einige Pleiten. Er hat mit Prominenten wie Heinrich Böll, Willy und Lars Brand verkehrt und lässt uns in kleinen Anekdoten an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben. Wunderbar und durchaus fordernd finde ich seine Idee eines Lesesabbaticals.

Neben den unterhaltsamen biografischen Texten enthält das schmucke Büchlein Leseempfehlungen aus der deutschen, amerikanischen und französischen Literatur. Nur haben mir diese leider keine neuen Erkenntnisse gebracht. Es handelt sich um die üblichen Autoren und Werke, die man in allen Kanons findet. Auch ist mir Willbrands Meinung zu den Werken oft zu trocken und emotionslos geraten. Damit bringt er mich nicht dazu, bisher verschmähter schwere Kost doch noch eine Chance zu geben.

Insgesamt ist das Buch ein interessanter Einblick in ein langes, ausgefülltes Leben mit der Literatur; als Einladung zum Lesen taugt es allerdings nur bedingt.