Ein tolles Buch

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angi_molly Avatar

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Meinung: Das Cover hat mich im ersten Moment vollkommen in seinen Bann gezogen. Dieses frostige, fast bedrohliche Motiv hat sofort eine Neugier in mir geweckt, die ich nicht mehr ablegen konnte. Ich wollte unbedingt wissen, welche Geschichte in dieser eisigen Stille verborgen liegt. Genau dieses Gefühl, eine Mischung aus Spannung, Beklemmung und Faszination hat mich durch das gesamte Buch begleitet. Das Setting hat mich sofort mitgerissen. Ich konnte den Schnee unter meinen Füßen knirschen hören, spürte die beißende Kälte auf meiner Haut und diese tiefe, einsame Abgeschiedenheit, die mich beim Lesen regelrecht umklammert hat. Die Atmosphäre war so intensiv, dass sie mich auch zwischen den Kapiteln nicht losgelassen hat. Theodora reist zum ersten Mal zur Familie ihres Verlobten Connor. Ein luxuriöses Winterdomizil fernab jeder Zivilisation klingt verführerisch, aber genau diese Isolation verleiht der Geschichte eine unheimliche Schwere. Von Anfang an wird klar: Theo ist dort nicht willkommen. Diese unterschwellige Feindseligkeit, das ständige Beobachtetwerden, das Gefühl, geprüft und bewertet zu werden all das hat sich mir beim Lesen direkt auf die Brust gelegt. Und als dann auch noch die anonymen Drohungen auftauchen, von jemandem aus der eigenen Familie. Die Story beginnt ruhig, fast zaghaft, doch genau diese Stille trägt etwas Bedrohliches in sich. Schon bald zieht der Spannungsbogen an und bleibt dann durchgehend hoch.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht, sodass man mühelos tief in die Handlung eintaucht. Weil Theo selbst erzählt, erlebt man ihre Unsicherheit, ihre Angst und ihre inneren Konflikte besonders intensiv. Sehr schnell wird klar, dass ihre Vergangenheit eine große Rolle spielt.
Die Charaktere sind detailreich ausgearbeitet, auch wenn sie bewusst auf Distanz bleiben. Aber genau dieses Gefühl von Fremdheit macht die Geschichte so wirkungsvoll. Ich habe mich genauso verloren und fehl am Platz gefühlt wie Theo. Dieses Misstrauen, diese latente Anspannung zwischen den Figuren, das war so greifbar, dass es mich bis zum Schluss begleitet hat.
Die Wendungen sind klug gesetzt, niemals überzogen, sondern genau richtig dosiert, um mich immer wieder eiskalt zu erwischen. Auch ohne klassische Ermittlungen bleibt die Geschichte durchgehend spannend.

Absolute Leseempfehlung